2 Bretter geschenkt und dennoch verloren

Ohne Worte.

Eigentlich.

Aber zollen wir Großlehna den gebührenden Respekt für den Sieg und geben unserer Enttäuschung Ausdruck. Sollte Großlehna mit der Taktik der 2 leeren Bretter weitere Siege einfahren und am Ende aufsteigen, wäre dies in der Tat eine bemerkenswerte Leistung. Allerdings muss etwas auf die Tendenz geachtet werden, denn nach einem 5:3 in Runde 1 hieß es diesmal "nur" 4,5:3,5.

Zum Spiel. Großlehna ließ nachvollziehbarerweise Brett 1 und 3 frei, da dort starke Gegnerschaft (Frank und Carsten) mit den weißen Steinen gesessen hätte. An Brett 2 zumindest half diese Aufstellung nicht sonderlich, da Micha mit den schwarzen Steinen gegen Verena Nagel gewinnen konnte. Stark!

An den Brettern 4 und 5 sahen sich Sandra und meinereiner DWZ-stärkeren Gegnern gegenüber. Sandra schaffte mit Schwarz aus der Eröffnung keinen Ausgleich und hatte den Rest des Spiels zu kämpfen, den Laden zusammenzuhalten. Das gelang leider nicht, weil im Endspiel die ungleichfarbigen Läufer nebst eines Turms die aktivere Seite (Freibauer auf der 7.!) deutlich bevorzugten.

Ich wusste nicht so recht, ob ich ausgangs der Eröffnung etwas besser oder auf Ausgleich stehe oder mir mein Gegner gar gleich was um die Ohren haut, ob seines selten gespielten Eröffnungskonzeptes. Tatsächlich stand ich richtig gut; ich hätte statt Lg5? halt einfach nur den anderen Zug spielen müssen, der Bauer oder Qualität gewinn:

Thiergen-Wünsch
Bauer oder Qualität - was darf es sein?

Hätte man durchaus sehen können. Nach weiteren 20 Zügen so hin und her und ausgeglichenem Endspiel kam ein weiterer übler Schnitzer hinzu, der mir ein sehr passives Turmendspiel einbrachte, welches an solchen Tagen natürlich verloren ist.

Sarahs Gegner spielte ziemlich wild mit manueller Rochade und angetäuschtem Bauernsturm. Das führte zu keiner besseren aber zumindest einer sehr komplizierten Stellung und Sarah beging in Zeitnot den entscheidenden Fehler. Vincent kam mit Weiß ähnlich mir irgendwie unklar aus der Eröffnung (schlechter wohl nicht). Dann konnte der Gegner einen gedeckten Freibauern auf der c-Linie installieren, aber immerhin standen je Dame und Turm bei recht offener Stellung auf dem Brett. Aber da es eben einer dieser Sonntage war, war es nur Vincents König, der sich unwohl fühlte und als dann noch ein Bauer wegging war die Stellung verloren.

Sadko wenigstens konnte noch Remis in einer meiner Meinung nach ausgeglichenen Partie erreichen.

2 Gedanken zu “2 Bretter geschenkt und dennoch verloren

  1. Alv

    Ich weis gar nicht ob, es nur der Bauer ist nach 1.Sg5 De7 (zum Beispiel) 2. Lxh7+ Kh8 mal leise 3.Dd3 mit Ideen auf h3 auf 1 .. Dd7 gibts n Tritt mit dem Läufer bevor ich nehme ...usw. Ich denke nach dem Verlust von h7 hat Schwarz nicht das Matrialverhältnis zu fürchten sondern die gesamte Königssicherheit.

    Antwort
    1. Frank

      Sicherlich wird Schwarz nach dem Fall des Bauern auf h7 keine Freude mehr an der Partie haben, denn sein König ist definitiv ein Fall für Pflegestufe 3.
      Wenn man noch bedenkt, dass Sarah mit einem überflüssigen Zwischentausch bei knapper Zeit eine Gewinn- in eine Verluststellung verwandelte (auch die sah erst gar nicht so schlimm aus, aber die Taktik arbeitete nur für eine - die falsche - Seite...), sieht man, dass doch einiges zusammenkommen musste für diesen Ausgang des Mannschaftskampfes. Wird hoffentlich dann in den nächsten 7 Runden nicht mehr in dieser Form passieren. 🙂

      Antwort

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