Da wir uns die letzten 3 Ligaspiele gegen die stärksten Mannschaften aufgehoben haben (bzw. es das Rundenlos so wollte), kommen die hohen Niederlagen zum Saisonende leider erwartbar. Gegen Wilkau-Haßlau in Runde 7 hatte zumindest ich noch Illusionen, dass wir den Schwung aus der vorherigen Runde für eine weitere Überraschung nutzen könnten.
Aber mit gerade mal einem Remis an den ersten 6 Brettern (Christian an Brett 1) konnte davon überhaupt keine Rede sein. Den Ehrensieg konnte Fabio an Brett 7 einfahren und Niko an Brett 8 schaffte immerhin auch ein Remis gegen den nominell (etwas) stärkeren Gegner.
In Runde 8 ging's dann noch einmal bis nach Plauen. Wir blieben weiter variabel in der Anreise - gegen die Regionalbahn ist an sich nichts einzuwenden (halbe Stunde länger als mit dem Auto), außer man verpasst sie bei der Rückreise um eine Minute (so geschehen in Runde 4).
Daher diesmal einen 9-Sitzer gemietet und die ganze Truppe rein. Hat auch gut funktioniert, bis auf diese seltsame Warnung "Fahrer müde! Bitte Pause einlegen" bei der Rückfahrt. Bei Gelegenheit schau ich mal ins Handbuch, was das zu bedeuten hat. Der 9-Sitzer fuhr zum Glück trotzdem weiter.
Falk und Thomas konnten nicht spielen, aber wir hatten mit Janick und Timon 2 gute Ersatzspieler. Beim Treff früh 8 Uhr an der Helenenstraße tauchten sogar noch Alv und Mike auf, wollten sich aber nicht überzeugen lassen, auch noch mit einzusteigen ... na gut, es war ja auch nur Platz für 9.
In den wie immer komfortablen Räumen des Hotels Alexandra hatten die Plauener eine Überraschung für uns vorbereitet: Zum ersten Mal in dieser Saison traten sie im Stamm an. Also entweder ist unser Ruf in der Liga doch weit gefürchteter, als es die nackten Ergebnisse rechtfertigen oder Plauen wollte selbst an ihrem (Wertzahl)schlechtestem Brett noch besser sein als wir an unserem (Wertzahl)bestem.
Falls letztere Variante - die blockte Jörg ganz solide mit 3 DWZ-Punkte mehr als Plauens achtes Brett ab. Gegen Fortunas Stamm in der letzten Runde reicht das u.U. auch nicht mehr, ich such schon mal Franks Nummer raus. Aber kommen wir zu den Partien:
Wieder hatten wir vor allem an den vorderen Brettern unsere Probleme - 0 aus 4 ist deutlich. Kampflos oder mit blöden Einstellern ging keine Partie verloren und aus den Eröffnungen kamen wir alle akzeptabel raus. Aber auf Dauer zeigen DWZ-Unterschiede zwischen 150 bis über 300 Punkten halt die erwartete Wirkung.
Ich hatte es bis ins Endspiel geschafft, welches mit bestem Spiel zu halten gewesen wäre. In dieser Stellung zeigt der Rechner noch akzetable 0,5 für Weiß an. Wir suchen diesmal für Schwarz zur Abwechselung einen Zug, der sofort verliert, ohne offensichtlich etwas einzustellen (Auflösung unten):

Immerhin lief es an den letzten 4 Brettern versöhnlicher. Maxi und Timon schafften 2 ausgespielte Remisen. Nur Fabio ging es in etwa so wie uns an den ersten 4 Brettern. Janick hatte den Ehrensieg auf dem Brett (2 verbundene Mehrbauern im Damenendspiel), aber der Gegner fand noch ein Dauerschach.
Laut Ligaorakel sind unsere Chancen auf den Klassenerhalt immer noch gut. Die Hoffnungen, dass in der anderen Staffel der 9. schlechter ist, als wir, werden sich eher nicht erfüllen - dazu bräuchten wir mindestens einen Mannschaftspunkt gegen Fortuna. Und wenn wir den holen, bleiben wir auch garantiert Achter in unserer Staffel.
Realistischer sollten wir stattdessen wenigstens einen Brettpunkt gegen Fortuna holen und Gohlis IV darf nicht gegen die Rüben gewinnen - mal schauen, wie es am Ende ausgeht.
Auflösung: Schwarzes f6 stellt sofort auf +3 für Weiß. Ein gutes Beispiel, wie schwierig solche Endspiele sind, denn ich verstehe auch jetzt noch nicht, warum gerade dieser Zug sofort alles verdirbt. Meine beste Vermutung ist, dass meinem Läufer das Feld f6 fehlt und ich in Zugzwang komme (mit solchen Motiven gewann mein Gegner kurz darauf auch die Partie).
