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Nun will ich noch (für meine Verhältnisse: kurz) der traurigen Chronistenpflicht nachkommen und die letzten beiden Oberligawochenenden Revue passieren lassen. Wie immer das Positive zuerst: Nie in den letzten Jahren haben wir den Verbleib in der Sachsenliga derart frühzeitig sichern können - fast mit einem Jahr Vorlauf konnten wir uns da ziemlich sicher sein. Wer einen Blick auf den Tabellenstand der Sachsenliga vor dem letzten Spieltag werfen möchte, wird erahnen können, dass dies eine Errungenschaft ist.... Außerdem sind wir nicht Letzte geworden, auch wenn wir uns darauf wohl mit Blick auf den direkten Vergleich mit dem letztplatzierten USV TU Dresden II und auf die Aufstellung des SV Rochade Magdeburg 96 am letzten Spieltag nicht zu viel einbilden sollten.

Doch der Reihe nach: Klar war, dass die Entscheidung bzw. Vorentscheidung über den Klassenerhalt in der vorletzten Doppelrunde in Dresden fallen würde. Und es ließ sich am Samstag zunächst gegen die stärker einzuschätzenden, weil ausgeglichener besetzten und deutlich besser punktenden Grün-Weißen aus Dresden gut an - als ich nach einem schnellen Sieg die Szene verließ, um mich für den folgenden Tag zu schonen (bzw. auf den unverhofft aufgetauchten Wolfgang Uhlmann notdürftig vorzubereiten), gab ich mich der berechtigten Hoffnung auf einen Mannschaftssieg hin. Einzig der Umstand, dass Carsten - mutig, aber eben auch riskant - ein Remisgebot seines starken Gegners abgelehnt hatte, trübte meine Vorfreude, denn was beim Gehen mein Auge streifte, sah nach einem gefährlichen Konter aus. Und so kam es dann, wie es wohl kommen musste: Jörg konnte zwar seine Partie gewinnen (und sich damit - soviel Vorgriff sei gestattet - nach einer überzeugenden Saison zum Rekord-Sieger aus unseren Reihen krönen). Aber leider galt für Thomas weiterhin (sinngemäß) die bekannte Fußball-Weisheit: "Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh!" und so verwandelte er seine hart erarbeitete vorteilhafte Stellung im Handumdrehen in....nun ja, ich muss es nicht wiederholen. Und so waren die sicheren Remisen von Christian und Wolli am Ende zu wenig für die Mannschaft und ein trostloses 3:5 stand zu Buche.

Aber der große Abstiegs-Showdown sollte ja ohnehin erst am nächsten Tag folgen. Über den decke ich dann mal lieber den Mantel des Schweigens - wenn wir in dieser Saison einmal klar und chancenlos verloren haben, dann war es in dieser Runde. (OK, Mantel des Schweigens hin oder her - Gisos schönen Sieg will ich nicht unerwähnt lassen; dafür hatten wir diese Saison einfach zu wenige davon).
Und damit war der Abstieg bereits klar - das Ligaorakel sah zwar noch eine Chance von einem Promille, aber so optimistisch waren selbst wir dann nicht mehr.

Die letzte Doppelrunde zeigte dann noch mal das ganze Spektrum unserer bisherigen Saisonwettkämpfe: Ist es vermessen zu behaupten, dass wir gegen den souveränen Aufsteiger in die 2. Bundesliga AE Magdeburg (Gratulation und viel Erfolg nächste Saison!) etwas hätten holen können? Wahrscheinlich schon, das 2:6 spricht eine deutliche Sprache, die Ratingdifferenzen ebenfalls. Aber zumindest Fadis starke Oberligapremienpartie gegen Maria Schöne hätte nie und nimmer verloren gehen dürfen (wahrscheinlich hätte es auch mehr als ein halber Punkt sein müssen, aber so genau habe ich es dann doch nicht gesehen...). Und an meine eigene Trotteligkeit möchte ich lieber gar nicht denken, denn Blutdruckmedikamente besitze ich aktuell noch nicht. Vom Rest habe ich wiederum nicht genug gesehen, um mir wirklich ein Urteil erlauben zu können, aber wenn Grischan sagt, wir hätten gewinnen müssen, wird es schon stimmen :-).
Ganz im Ernst: Unter dem Strich geht der Abstieg natürlich vollkommen in Ordnung, wenn man seine Chancen so oft nicht nutzt - denn gerade die hier angesprochene Effektivität bzw. Cleverness ist ein Element schachlicher Spielstärke.

Am letzten Spieltag trat SV Rochade Magdeburg 96 nur mit sechs (allerdings guten!) Spielern gegen uns an. Für sie ging es um nichts mehr und Geld scheinen sie zu haben 😉 Wir schlugen uns recht wacker und konnten zumindest einen Mannschaftspunkt retten und damit - wie gesagt schmeichelhaft - die rote Laterne an die Dresdener Bundesligareserve weitergeben. Schade, dass Alv auf diese Weise um seine erste Oberligapartie mit den weißen Steinen gebracht wurde, nachdem er sich am Vortag mit Schwarz wacker gegen seinen nominell deutlich überlegenen Gegner gewehrt hatte. Schade natürlich auch für Giso, aber da es für ihn die zweite Schwarzpartie des Wochenendes geworden wäre und er bereits am Vortag einen schönen Erfolg gegen einen starken Gegner erkämpft hatte, war das vielleicht nicht ganz so tragisch. Damit war Wolli der einzige, der das Privileg "Doppelschwarz" genießen und leider auch im negativen Sinne auskosten durfte. Letztlich muss man wohl mutmaßen, dass er den kleinen Bruder von Thomas´ Fußballschuh anhatte (s.o.). Noch ein Letztes zum Thema "Wäre, wäre, Fahrradkette...": Beide hatten ihr Schuhwerk am ersten Spieltag in Aue in die Schüssel mit den Exkrementen getunkt, als sie gewinnverheißende Stellungen einvernehmlich in schnöde Nullen verwandelten. Man stelle sich vor, das wäre anders gelaufen und beide hätten voller Selbstvertrauen in der Folge konstant so brilliert, wie wir das normalerweise gewohnt sind und (der bis dahin stark spielende) Lars hätte nicht an den letzten beiden Wochenenden seine Leidenschaft für die Marke Audi entdeckt...OK, OK, ich höre schon auf, SG AE Magdeburg sind schon korrekt als Aufsteiger ;-).

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Nach den weniger erfolgreichen letzten beiden Punktspielen wollten wir die Saison schon noch ordentlich zu Ende bringen, was mit einem 5:3 bei Grün-Weiß und recht amüsanten Partien vorerst gelang. Schaun wir mal, was bei Fortuna am letzten Spieltag passiert ...

Der ganz große Druck war nicht mehr auf der Leitung - unser Abstiegsrisiko bewegte sich nur noch im theoretischen Bereich und bei den leider punktlosen Grün-Weißen stand der Abstieg auch schon fest.

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Leider scheint der Zweiten zum Ende der Saison hin etwas die Puste auszugehen ... oder das Pech gesellt sich - im Sinne des "saisonübergreifenden Ausgleichs" - zum Glück hinzu, welches wir in den ersten 5 Runden sicher auch immer mal hatten.

Vincents und meine Partie können direkt als Miniaturen abgehakt werden. Vincents Gegner startete nach so 10 Zügen eine Initiative, die nach weiteren 5 Zügen ungefähr die Vehemenz der Sonntagsstürme erreicht hatte. Damenverlust, Aus, Ende.

Ich spielte eine ziemlich scharfe und seltene Erwiderung gegen Sizi - durchaus theoriegestützt und mit großmeisterlicher Segnung. Die bisherigen Blitzergebnisse waren zwar nicht so vielversprechend, aber die Stellungen sind scharf. Mein Gegner spielte die naheliegenden Züge und nachdem es fast die ganze Partie mMn halbwegs ein Spiel auf 3 Ergebnisse war, kippte die Stellung innerhalb von 2 Zügen komplett in den Keller. Die Maschine sagt, dass die ganze Variante von Anfang an ziemlicher Mist ist. Da war das Buch des GMs wohl aus einer Zeit vor Fritz & Co und ich sollte mich nach einer funktionierenden Alternative umschauen.

Auch Sören musste nach 2 Stunden die Hand herüberreichen - eine nicht ganz einfache, aber komplexe Stellung endete mit einer Minusqualität und zwei Minusbauern. Auf fussballerisch hatte unser Torwart also in der 15. Minute eine Notbremse im Strafraum mit folgender roter Karte begangen, der Elfer wurde verwandeltet und nach weiteren 3 Minuten schießt der Gegner das 2:0.

Der dann übliche Plan "Schadensbegrenzung" gelang mit 3 Remisen aus den restlichen 5 Spielen bedingt. Dirk und René spielten (immerhin!) einfach nur solides, ergo gutes Schach und bekamen mit Schwarz nach 3-4h das Remis.

Alv stand nach riskanter Eröffnung des Gegners gut und mit Mehrbauern. Eine kleine Ungenauigkeit wurde dann aber vom Gegner zum Dauerschach genutzt.

Thomas sah sich mit Schwarz einem thematischen Bauernopfer mit dauerhaft aktivem Spiel für Weiß gegenüber. Das spielte der Gegner dann auch schön bis in die 4. Stunde oder so. Das Endergebnis war ... na klar.

Fadi konnte um die Zeitkontrolle herum nach so lala-er Eröffnung die Initiative und einige Bauern an sich reißen. Für noch 2 Bauern mehr gab er eine Figur, was bei der einen Abwicklung zu einem einfachen, bei der anderen zu einem schwierigerem Sieg oder doch mindestens Remis geführt hätte. Es wurde zunächst die andere Abwicklung und dann - sicher unnötig, es war die letzte Partie und der Mannschaftskampf verloren - sogar noch ein Harakiri mit 2 geopferten Bauern und der finalen Niederlage.

Nun ja. Manchmal läuft es eben so. Das Positive ist, dass der Klassenerhalt und damit das Saisonziel nach wie vor fast sicher sein sollten. Schauen wir also mal, was die letzten beiden Spieltage noch bringen.

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Das Positive zuerst: Auch nach der letzten Doppelrunde der Oberliga besteht weiterhin realistische Hoffnung auf den Klassenerhalt; selbst das Liga-Orakel hat seine Prognose leicht zu unseren Gunsten korrigiert. Gleichwohl dominiert bei uns das Gefühl, dass wir eine (weitere) große Chance auf einen kleinen Befreiungsschlag verpasst haben. Zumindest ein Mannschaftspunkt mehr aus den beiden Runden hätte es sein sollen.

Denn schon das nach der Papierform klare und erwartbare 3:5 gegen die SG Löberitz hätte auch gut und gerne ein 4:4 sein können. Um das Pferd von hinten aufzuzäumen: Die Niederlage von Christian an Brett 3 resultierte daraus, dass er beim Stand von 3:4 gegen uns gezwungen war, die nach zäher Gegenwehr endlich ausgeglichene Stellung auf Gewinn zu behandeln - also in einem Zug wegzuschmeißen. Das wäre sicher nicht passiert, wenn wir vorher ein halbes Pünktchen mehr auf unser Konto gebracht hätten - und das war sehr gut möglich. An den Remisen von Giso, Carsten und Thomas gibt es aus unserer Sicht wenig zu deuteln. Im Falle von Carsten handelt es sich im Gegenteil um einen hart erkämpften Erfolg, denn wie jeder im Lande weiß, ist Norman Schütze gerade mit Weiß eine Macht. Nach der Papierform ist auch das Remis von Lars gegen Holger Pröhl unbedingt als Erfolg einzustufen. Nicht jedoch, wenn man seine zwischenzeitlich hoch überlegene Stellung gesehen hat. Auf eine andere Weise ärgerlich die Niederlage von Jörg, der in leicht schlechterer, aber bestimmt haltbarer Stellung durch Zeitüberschreitung verlor - weil die Uhr falsch eingestellt war und den Zeitbonus von 30 Sekunden nicht aufaddierte. Ebenfalls dumm meine Niederlage: Nachdem ich eine sehr ordentliche Stellung erreicht hatte, war ich mit dem ungefähren Ausgleich nach dem Normalzug nicht zufrieden und verschwendete mal wieder einen Großteil meines Zeitvorteils, um mich heillos zu verheddern und dann natürlich den falschen Zug zu spielen und kurz danach gar noch einen überlebenswichtigen Bauern einzustellen. Selbst die danach noch mal aufkommenden Schwindelchancen nutzte ich überaus suboptimal - leider ein gebrauchter Tag. Bleibt ein großes Lob an den Sieger des Tages Wolli - der mal wieder zeigte, wie stark er ist, wenn er erstmal den f-Bauern zwei Felder nach vorn geschoben hat.

War das schon ärgerlich, so trifft das in fast noch stärkerem Maße auf das 4:4 gegen den Abstiegskonkurrenten (?) USV Halle zu. Nachdem mein Gegner und ich beschlossen hatten, dass wir nicht austesten wollen, ob unsere Köpfe sich über Nacht schon ausreichend von der Frustration des Vortags erholt hatten, durfte ich das Ganze in voller Dosis als Zuschauer "genießen". Zunächst sah (fast) alles sehr gut aus - bis auf Christians Partie, der mit Weiß sehr früh einen falschen Abzweig nahm und freigebig Bauern unter das Volk streute. Langfristig soll das ja nicht besonders gut sein, insbesondere wenn es sich um Zentralbauern handelt. Da wurde dann auch mal laut mit dem Gedanke an eine baldige Kapitulation geliebäugelt. Auch Jörg war die Eröffnung ein wenig daneben gegangen und das gegnerische Läuferpaar und die offene Struktur zauberten Sorgenfalten auf mein Gesicht. Dafür stand Carsten bald sehr stark und auch Gisos Partie mit einer Qualität gegen einen Bauern bei nach meiner Einschätzung unzureichender Kompensation des Gegners machte einen sehr guten Eindruck. Bald machte auch die Partie von Thomas ein wenig Sorgen, dessen Springer am Rand in Ermangelung bespringbarer Felder für geraume Zeit als faktische Minusfigur auftrat. Er verteidigte das jedoch zäh und bald entstand ein Endspiel, das uns allen als klares Remis erschien. Es folgten Remisen aus der Position der Stärke durch Wolli und Lars, wobei letzterer wohl nach erster Analyse in der Schlussstellung die Chance ausließ, sich mit einem igeltypischen Vorstoß die Initiative zu sichern. Aber sei´s drum - der Rest sah zu diesem Zeitpunkt in der Summe gut genug aus. Umso mehr, als plötzlich Jörgs Springer zum Leben erwachen durfte und dem versammelten gegnerischen Läuferpaar eine Nase und damit die Partie drehte - ab da war es Einbahnstraßenfußball und ein klarer Sieg für Jörg (und hoffentlich ein Trost für das Unglück am Vortag). Auch bei Christian wurde es bald wieder gemischt - der Gegner hatte eine starke Gegenspielidee nicht unterbunden und die knapp werdende Zeit wurde nun zu einem Faktor. Leider hatte sich Thomas zwischenzeitlich zu einem scheinaktiven Bauernvorstoß entschieden, wonach sein Gegner wieder etwas hatte, worauf er spielen konnte. Das wäre nicht ganz so schlimm gewesen - wäre nicht Giso bei knapper Zeit in einen Konter seines Gegners gelaufen, der die Partie auf den Kopf stellte und der gegnerischen Mannschaft einen wichtigen vollen Zähler bescherte. Auf der anderen Seite konnte Carsten seine gute Stellung auf sehenswerte Weise verstärken und schließlich effektvoll unter Ausnutzung des Angriffspotentials ungleichfarbiger Läufer gewinnen. Sein erster Oberligasieg - und was für einer! Christian durfte zwischenzeitlich ohne Verletzung der Anstandsregeln Remis bieten - der Gegner hätte auch gern angenommen, durfte aber angesichts der unbefriedigenden Gesamtsituation seiner Mannschaft nicht. Schließlich mündete die Partie aber doch in eine Dauerschachschaukel - mal wieder ein großes Spektakel an Christians Brett mit einem glücklichen Ausgang. Also 4:3 für uns - aber leider sah die verbleibende Partie nicht mehr wirklich gut für uns aus, denn Thomas´ Gegner lavierte ihn mit schier überirdischer Geduld aus und ließ nicht das geringste Nervenzittern erkennen. Und so kam es, wie es kommen musste: Eine wirklich bittere Niederlage für Thomas, der seinen großartigen Kampf nicht belohnt sah und ein wichtiger Mannschaftspunkt, der uns im letzten Moment durch die Finger rutschte. Dabei soll nicht verkannt werden, dass wir an dem einen oder anderen Brett (also genau genommen an zweien 😉 ) ein wenig Glück auf unserer Seite hatten, sodass der Punkt für die Hallenser natürlich nicht unverdient war.

Nun gilt es alle Konzentration auf die verbleibenden schweren Kämpfe zu richten - wenn die Doppelrunde etwas gezeigt hat, dann dass die Mannschaft jederzeit das Potenzial hat, einen Big Point zu machen. Und das wird auch nötig sein....

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Zur sechsten Punktspielrunde der Saison 2018/2019 musste die dritte Mannschaft am 03.02.2019 gegen den schärfsten Aufstiegskonkurrenten, die dritte Mannschaft von den SF Fortuna Leipzig im Sportforum antreten. Bei uns fehlte Sören, für ihn rückte Eric Elert nach. Aufgrund der vielen Brettpunkte Vorsprung war ein 4-4 das Mindestziel, aber wir wollten natürlich alle den Sieg ...

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Lars, Christian, Wolli und Thomas haben die Vorrunde der deutschen Pokalmeisterschaft mit Siegen gegen die SG Lok Brandenburg (2½ : 1½) und im Finale gegen den SC Zitadelle Spandau (3 : 1) gewonnen und fahren zur Zwischenrunde!

Ein Foto der Sieger, mit freundlicher Genehmigung von Frank Hoppe.

Das ist meiner Erinnerung nach erst das 2. Mal, dass unserem Verein ein solcher Erfolg gelungen ist. Glückwunsch!

In der Zwischenrunde - sozusagen dem Achtelfinale - steigen dann auch die Großkopferten ein (die 8 Viertelfinalisten des Vorjahres) und man darf sich von "4 GMs vermöbeln lassen" (O-Ton Grischan).

Einen ausführlichen Bericht und weitere Fotos findet Ihr hier.

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Zum fünften Spieltag der 1. Landesklasse gastierte unsere zweite Mannschaft bei der SG Turm Leipzig, wo es in der letzten Saison ein 4-4 gab.

Von den acht Teilnehmern, von denen Sören und ich (Timon) aus der dritten Mannschaft hochgezogen wurden, erschienen sieben pünktlich.
Einziger Spieler mit Verspätung war Dirk. Und so schnell, wie er da war, war er auch schon wieder weg. Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit bot er mit den schwarzen Steinen in ausgeglichener Stellung bei der erstbesten Gelegenheit Remis, was sein Gegner nach kurzem Nachdenken akzeptierte.

Die zweite Partie, die zu Ende ging, war (leider) die von Falk. Falk hatte (laut eigener Aussage) bereits nach 20 Zügen mit den schwarzen Steinen eine kaputte Stellung und stellte dann auch noch einzügig eine Figur ein, wonach er das Handtuch warf.

Einige Zeit später konnte ich diese Niederlage kompensieren, als ich mit den weißen Steinen einen Sieg einfahren konnte. Meine Stellung war die gesamte Partie über sehr angenehm zu spielen, richtig konsequent spielte ich es allerdings nicht.

Meine Gegnerin fand allerdings gegen meine aktiven Figuren keinen richtigen Plan und nach 22...Te8 zog ich 23.Ld6, wonach Weiß erstmal einen Bauern gewinnt und die aktive Stellung behält. Wenige Züge später gab Schwarz auf.

Wenig später beendete auch Sören neben mir seine Partie. Er erzielte mit den schwarzen Steinen ein Remis. Zwischenstand: 2-2

An Brett 4 spielte in der Zwischenzeit Michael eine sehr interessante und offensiv geprägte Partie, in der er zwischenzeitlich (glaube ich) bis zu drei Bauern mehr hatte. Am Ende fuhr er den Sieg nach Hause.

Ein Brett dahinter spielte Sven, der irgendwann (Ich kann nicht sagen warum) mit Minusfigur für einige Bauern spielte. Mit dem Zwischenstand von 3-2 für uns rechneten wir uns gute Siegchancen gegen den Tabellenführer aus, als plötzlich Alv aus dem Spielraum kam und Falk und mir berichtete, dass Sven im 38. (oder 39.) Zug wegen einer Zeitüberschreitung verloren hat. Zwischenstand: 3-3.
Alv und Fadi kämpften noch.

Apropos Alv. Der spielte mit den weißen Steinen die Sveshnikov-Variante des Sizilianers, in der er zwar im Endspiel einen entfernten Freibauern hat, dieser ihm aber eher behindert, weil Schwarz so viel Druck aufbaut, dass es die weißen Schwerfiguren zur Passivität zwingt. In der Zwischenzeit spielte übrigens Fadi seine Partie an Brett 1 auf Sieg, aber seine Partie verdient gleich ihr ganz eigenes Kapitel. Im weiteren Spielverlauf kam Alv in ein Turmendspiel mit Minusbauern.
Nach einer kurzen Analyse kamen Falk und ich zu dem Ergebnis, dass es vermutlich zu halten geht, für Alv aber äußerst unangenehm ist. Im Endeffekt musste Alv in ein verlorenes Bauernendspiel abwickeln, was nicht mehr zu retten war. Zwischenstand: 3-4. Und dann kam unser erstes Brett.

Fadi hatte an Brett 1 die weißen Steinen und hatte eine Eröffnung auf dem Brett, die etwas an eine Damen-indische Struktur erinnerte. Im 15. Zug entschied sich Schwarz zu einem Bauernvorstoß am Königsflügel, wonach die taktischen Schläge zum weißen Vorteil führt:

Nach 15... g5 fand Fadi den korrekten 16. Sxg5!. Schwarz nahm auf g5 wieder, was ein taktischer Fehler ist. [Laut Rechner muss Schwarz hier schon 16...Se4 finden, wonach Weiß nach einer forcierten Zugfolge angefangen mit 17. Lxe4 leichten Vorteil behält.]
Nach 16. Sxg5 hxg5 17. Dxg5+ Kh8 18. Dh6+ Kg8 19.Lh7+! Sxh7
(19... Kh8 führt nach 20. Lg6+ Kg8 21. Lf5+ Kg8 22. Dg5+ Kf8 23. Lxd7 zum größeren und klareren Vorteil für Weiß im Vergleich zur Partie.)
20. Lxd8 Lf8 (sonst hängt dieser) Dh4 Tcxd8 hatte Fadi diese Stellung auf dem Brett:

Schwarz spielt mit drei Leichtfiguren gegen die weiße Dame und zwei Extra-Bauern. In Folge tauschten sich die Türme und Schwarz tauschte seinen Weißfelder gegen den Springer und bekam den d4-Bauern dazu. Das Remisgebot lehnte Fadi ab. Fadi begann, seine Bauern am Königsflügel nach vorne zu schieben, wo Schwarz kurz vor der Zeitkontrolle schon gezwungen war, einen der beiden Springer für den h-Bauern zu opfern:

Schwarz bekam aber immerhin noch den Bauern auf f3, wodurch die Stellung für alle Beteiligten nach wie vor unklar blieb. Die nächsten 20 Züge bestanden aus Manövrierarbeiten, wobei Weiß seinen König bis nach e8 bringen konnte.
Zu diesem Zeitpunkt spielten nur noch Alv und Fadi. Bei beiden Stellungen war nicht klar, welches Ergebnis herauskommen würde. Alv kämpfte um das Remis, während Fadi diese unsymmetrische Stellung knetete. Zwischendrin ruft mein Rechner mal laut "Matt in 20" für Weiß, aber dazu müsste man schon Magnus mit Vornamen heißen, um das zu finden ...

Fadi entschloss sich irgendwann, seinen letzten Bauern am Königsflügel zu opfern. Ich kann nur vermuten, dass er wie ich eine Kombination sah, in der er den Läufer gewinnen konnte. Der Läufer konnte sich aber retten und der Bauer wurde umsonst gegeben. Laut meiner Endspieldatenbank ist die Stellung ausgeglichen, bis Schwarz in hoher Zeitnot dann doch daneben griff.

74... g5 wird von der Engine als grober Patzer eingestuft und ist jetzt theoretisch für Weiß (laut Datenbank) gewonnen. Nach 75. Dg4 Sg6 findet Fadi den einzigen Gewinnzug 76. De6+!!.

Die Idee ist, nach 76... Kh7 77. Df5 den Springer zu fesseln und mit Kf7 einen Figurengewinn zu drohen. 77... Kh6 war also erzwungen.
Zu diesem Zeitpunkt hoffte der Rest der Mannschaft auf ein Happy End, aber allen Beteiligten war anzumerken, dass sie eine Niederlage befürchten, besonders Falk und mir. (Ich hatte nur kurz mal in die Datenbank geschaut, dann mich aber dazu entschieden, einfach zu hoffen.)

Während Alvs Stellung sich weiter verschlechterte, kämpfte Fadi. Falk und ich konnten auf Fadis Brett die Gewinnideen nicht sehen und verzweifelten fast. Wenig später kam Fadi mit gefaltetem Partieformular grinsend aus dem Raum raus und sagte, er hätte gewonnen. Falk und ich konnten es im ersten Moment gar nicht glauben, aber Fadi hatte das Remis für den VfB gerettet! Was war passiert?

Schwarz war natürlich immer noch in hoher Zeitnot und stellte Weiß hier das #1 nach 82... Kh7 aufs Brett. Aber auch sonst wäre die Stellung zumindest theoretisch gewonnen gewesen.
Das Spiel von Fadi wird an einem der kommenden Freitage außerdem im Training vorgestellt!

Nach einem Achterbahnmatch erkämpfte sich die zweite Mannschaft wie im Vorjahr ein 4-4 bei der SG Turm Leipzig.

Die Einzelergebnisse:
1. Landesklasse Sachsen Staffel B, Saison 2018/2019

Fünfter Spieltag am 20.01.2019
VfB Schach Leipzig II 4-4 SG Turm Leipzig I

Fadi Alahmad 1-0 Markus Schumacher
Falk Hartmann 0-1 Kasimir Lieberwirth
Michael Kirchhof 1-0 Markus Herrmann
Sven Thiergen 0-1 Dietmar Hewig
Christian Alvermann 0-1 Michael Apitzsch
Dirk Gerhardt 1/2-1/2 Sandro Krauße
Timon Bauer 1-0 Miriam Weimert
Sören Laube 1/2-/1/2 Jonael Bosch

Vielen Dank fürs Lesen! 🙂

und möge Caissa stets mit Euch sein. Was das LigaOrakel (aus Bad Homburg, nicht Delphi) zu den Aussichten unserer ersten beiden Mannschaften für den restlichen Saisonverlauf sagt, seht Ihr ab sofort in den Tabellen der jeweiligen Mannschaftsseiten.

Und wem die Vorhersagen nicht gefallen, der kann die basierende Statistik - da nicht selbst gefälscht - gern ins Reich der Fabel verweisen und durch harte Fakten widerlegen.

Wer nichts vorhat, spielt halt Schach!     Und so folgte unsere 1. Mannschaft der Einladung nach Schwarzkollm bei Hoyerswerda, um zum einen am Samstag gegen den Gastgeber und am Sonntag gegen Coswig anzutreten.   Das in Summe angenehme Spiellokal im Frenzel-Haus verfügt über zwei getrennte Räumlichkeiten, was der Akustik zu Gute kam. Einem Raume fehlte es allerdings etwas an der nötigen Lichtausbeute, da in der Nachmittagsrunde recht früh das Tageslicht schwand.   Die Adventslichtstimmung durfte Aue gegen Coswig genießen.

Aus unser Sicht hatten wir zwei 4-Punktespiele vor uns, um die weitere Platzverteilung in der zweiten Tabellenhälfte auszuspielen.

Samstag:   Hoywoy erwies sich als das erfolgreichere Team an diesem Tag. Am Ende reichten 6-Remisen und 2 Niederlagen für uns nur zu einem 3:5.  Dennoch kein soooo schlechtes – wenn auch punkteloses – Mannschafts-Ergebnis, denn der Gegner trat im Oberhaus (Brett 1-4) mit voller Kapelle an. In DWZ ausgedrückt 2388, 2318, 2289, 2264. Und wenn man bedenkt, das Lars in seiner Schwarzpartie einen spürbaren Eröffnungsvorteil in einer scharfen Sizi-Variante erzielte und die Schnellanalyse aus Computersicht ein +3 zugunsten Schwarz offeriert, ist die Partieniederlage das größte Ärgernis, sofern man unbedingt eines suchen will.  Im Übrigen hatte ich Thomas vergessen zu fragen, ob seine Vorbereitung unmittelbar am Brett (Foto) begann.....

Am Abend gönnten wir uns in der Innenstand von Hoyerswerda einen Italiener, dessen Essen den Erwartungen im Geschmack entsprach, aber in der Portionierung – na sagen wir mal – zurückhaltend ausfiel (Foto Carsten). Dafür gabs halt ein großes Tonic oder Bier mehr. Für Grischan, Wolli und Carsten stand dann der Mitternachts-Skat auf dem Programm.

Sonntag:  Neues Spiel neues Glück. Und in der Tat gab es Parallelen zum Vortag. Nur standen bei 6 Remisen jetzt 2 Siege auf dem Mannschaftsbogen, folglich ein 5:3 Erfolg.  Als Sieges-Väter haben sich Jörg und Lars in unsere Schachherzen eingetragen. Gut gemacht!    Der Mannschaftserfolg war nicht unverdient, denn soweit ich es überblicken konnte, war kein Brett zwischen drin gefährdet. Ein versöhnlicher und freudiger Ausklang an diesem Adventswochenende.  Das war´s dann auch für dieses Jahr.

Neues Saisonschach erst wieder in 2019 und für alle VfB-ler schon heute einen kleinen Tritt zur Aufnahme des nötigen Schwungs, damit´s dann auch richtig gut rutscht!