Es ist die letzte Septemberwoche - und endlich geht die neue Schachsaison los. Wie letzte Saison schon erstmalig geprobt mit einem gemieteten 9-Sitzer. Die Hinfahrt verläuft schnell und problemlos. Unser Gegner aus Plauen hat eine sehr starke Mannschaft am Start und ist - neben der SGL 3 - klarer Aufstiegsfavorit. Entsprechend zurückhaltend waren unsere Erwartungen - auch wenn die Plauener über sich selber vor Rundenbeginn scherzten, dass sie es wohl irgendwie schon hinbekommen werden, nicht aufzusteigen.
Nach 2h sieht es an allen Brettern aber halbwegs ausgeglichen und gut aus, auch nach 3h ändert sich daran nicht viel. Obwohl bei Sandra der Angriff des Gegners an Fahrt aufnimmt ("zwischenzeitlich -5 für mich"). Bevor sie diesen aber abwehrt und dabei noch einen Bauern behält, der die Partie sofort zu ihren Gunsten entscheidet, verliert Fabio leider durch einen Einsteller in ausgeglichener Stellung eine Figur und damit die Partie.
Thomas an Brett 1 hat eine schöne Bauernwalze gegen den gegnerischen König aufgebaut (für eine Figur, wenn ich es recht gesehen habe). Und überschreitet in unklarer Stellung die Zeit. Jörg erspielt sich mit Schwarz eine schöne Stellung, verbraucht dafür aber auch viel Zeit. Und diese fehlt ihm in Richtung erste Zeitkontrolle - ein Einsteller kostet ihn die Partie.
Vincent an Brett 3 freut sich über seine erste Nicht-Niederlage gegen Roland Pfretzschner. Bis zum Endspiel kann er die Partie gut im Gleichgewicht halten, in dem aber hat er den schlechteren Läufer. Bei bestem Spiel des Gegners wäre das wohl verloren gewesen - kam aber nicht auf's Brett. Remis auch bei Falk, der mit Schwarz die Stellung zunächst gut Richtung Ausgleich spielte und im Endspiel sogar den etwas besseren Läufer hatte. Gab aber auch noch Springer und Remis war das logische Ergebnis.
Timon wurde als Vorletzter knapp vor mir fertig. Er hatte für aussichtsreichen Angriff eine Figur gegeben und hätte mit den besten Zügen eine +5 Stellung erreichen können. Ein paar vertauschte Nuancen und zu früh oder zu spät gespielte Ideen später konnte der Gegner den Angriff aber abwehren und die Mehrfigur setzte sich durch. Ich kam mit Weiß so okay aus der Eröffnung, mein Gegner kannte sich besser aus. Hatte aber hier eine wunderschöne Gelegenheit für eine +3 Bewertung (Auflösung am Ende):

Ich spielte Se2, verlor später einen Bauern, konnte mich aber in ein ungleichfarbiges Läufer + Turm Endspiel retten, was sicher 10 Züge lang komplett Remis war (und auch so aussah). Dann verrechnete ich mich, gab meinem Gegner 2 verbundene Bauern am Königsflügel und das war's.
Das reine Ergebnis ist mit 2:6 deutlich. Aber da jede(r) von uns zwischenzeitlich berechtigte Chancen auf wenigstens Remis hatte, müssen wir die Köpfe nicht zu tief hängen lassen.
Die Rückfahrt hielt noch etwas Unterhaltung bereit: Wir mussten runter von der Autobahn wegen Unfall, was uns über Dörfer und durch angebliche Sackgassen führte, die laut gegenteiliger Auskunft der Einheimischen dann doch einspurig durchfahrbar waren. So 2:15h dauerte der Spaß wohl, 17:30 Uhr waren wir zurück an der Helene. Wehe, wenn die deutsche Bahn sich Sachen in dieser Preislage leistet 😆
Auflösung: 1. Sd5!! sperrt den schwarzen Damenflügel fast komplett vom Spiel aus und gibt Weiß gaaanz viel Spiel am geschwächten schwarzen Königsflügel.
