Punktspiele

Wer solche Spieltage gewinnt, der steigt auf!

Gegen die SG IX ging es zu Siebt, nachdem in einem wahren Verhandlungsmarathon ausgeklügt wurde wer wie und in welcher Mannschaft zum Ersatz kommen sollte um allen gute Spieltagschancen zu geben. Unser zweites Brett blieb frei und los ging's mit 0:1.

An allen Brettern entwickelten sich recht enge Spiele und nach 2h war kaum eine Vorhersage möglich wie das heute enden wird. David beendete nach 3h als erster seine Partie mit Remis - was angesichts beiderseitiger Chancen in Ordnung ging. Kurz darauf musste Sven die erste Niederlage dieser Saison überhaupt quittieren. Und das obwohl er mit am besten von allen stand. Mehrbauer, Läuferpaar - aber das Übersehen eines Bauerndurchbruchs mit nachfolgender Aktivierung der gegnerischen Figuren führte zu Totalverwirrung und Aufgabe 6-7 Züge später.

Der Spieltag schien zu unseren Ungunsten zu laufen. Einzig Vincent und Andreas hatten gewinnfähige Stellungen, der Rest war um Ausgleich bemüht. So um die Vierte Stunde rum glückten Vincent und Andreas dann die Siege; beide hatten den Druck aus ihren vorteilhaften Stellungen schön aufrechterhalten bis sich letztlich was ergab.

Falk hatte inzwischen in ein Damenendspiel mit gleicher Bauernanzahl abgewickelt und das Remis war die Folge. Sogar durch reklamierte Zugwiederholung von Carmen, sieht man auch nicht alle Tage.

Das 4:4 und etwas mehr war greifbar nah - Wolfgang hatte eine reden-wir-lieber-nicht-drüber Stellung in ein Turmendspiel mit Minusbauern konvertiert (3 gegen 4, alles gleicher Flügel). Und er hielt mit guter Technik das schlechtere Endspiel. Florian hatte die Zeitnot der Gegerin zu einem Bauergewinn genutzt und stand mit gedecktem Freibauer und gutem Springer gegen schlechten Läufer ziemlich sicher auf Gewinn. Und führte die Sache sicher zu Ende und die Mannschaft zum Sieg.

🙂

Nachdem wir ohne Andreas, Flori (beide Ersatz in der 2.) und Martin bereits schon ersatzgeschwächt waren, mussten wir am Punktspielsonntag auch noch kurzfristig ohne den erkrankten Robin antreten. Was den Spielverlauf denkbar ungünstig beinflußte. Mike hatte mal wieder einen seiner instabilen Tage erwischt und verlor relativ schnell Material und Partie. Ähnlich erging es Christian, der in starker  Stellung seinen Läufer nicht mehr befreien und mit 2 Mehrbauern nicht ausreichend kompensieren konnte.

Mit 0:3 im Rücken bekam Hartmut eines dieser gemeinen Remisangebote in schlechterer Stellung, was er nach einer halben Stunde schließlich doch annahm um Schlimmeres zu vermeiden. Dafür sorgte Alv mit einem schön herausgespielten Sieg für den zwischenzeitlichen Anschluss.

Doch da war es bereits zu spät. Freya erwischte ebenfalls einen unglücklichen Tag und lief in eine Mattfalle des Gegners, Haasi überzog sein Turmendspiel und verlor. Damit war die 3. Runde gelaufen und René verzichtete in ausgeglichener Stellung auf das stundenlange Kneten eines Gegners, der nur remis wollte.

Ja, sehen wir den Tatsachen ins Gesicht. 2:6 gegen den Mitabstiegskandidaten ist ein denkbar ungünstiges Ergebnis, wenn man den Klassenerhalt zeitig sichern möchte. Bleibt zu hoffen, dass wir in den kommenden Runden mit weniger Ersatz mehr Punkte holen dürfen.

Im Nachholspiel der Runde 2 gegen SGL 8 konnte der gute Saisonstart fortgeführt werden. Für Micha, Sarah und David waren Sandra, René und Hartmut am Start.

Durch das Freilassen von Brett2 waren wir sofort mit 1:0 vorn. Hartmut erhöhte bald auf 2:0. Sandra hatte etwas Glück, dass ihr Gegner nicht den Gewinnzug fand und konnte so im Endspiel zumindest ein Remis trotz Minusbauer herausholen. Kurz darauf gewann Sven seine gute Stellung. René stellte sich in den Dienst der Mannschaft und bot seinem Gegner Remis an, das auch angenommen wurde (Die Stellung bei Stephan war zu diesem Zeitpunkt etwas schlechter, Falk stand allenfalls Remis und Wolfgang relativ sicher mindestens Remis) . So hatten wir schonmal 4Punkte. Wolfgang schaffte kurz darauf die Stellung zu seinen Gunsten in einen Sieg zu verwandeln. Da war der Mannschaftssieg perfekt. Stephan schaffte es dann noch seine Stellung mit schönen Kombinationen zu einem Sieg abzuwickeln. Falk bot wiederholt Remis, was wieder abgelehnt wurde. Nachdem die Stellung geöffnet wurde, hatte Falk gutes Spiel und der Gegner bot Remis. Das lehnte diesmal jedoch Falk ab, da er einen Figurengewinn berechnet hatte. Mit 7:1 ging ein strahlender Sonnenschein-Schach-Sonntag zu Ende.

In freundlicher Atmosphäre und angenehm großzügigem Spiellokal waren wir zu Gast bei Aufsteiger Dessau. Die Dessaueraner -nach ELO-Zahlen leicht schwächer- stellten für uns Neuland dar und es galt, dass darin möglicherweise schlummernde Überraschungspotential nicht zu unterschätzen. Diese Erwartungshaltung bestätigte sich auch nach dem Spiel bei einer Eröffnungsanalyse. Lobend sei hier Brett 2 der Gastgeber erwähnt, dessen fundierte Eröffnungskenntnisse den Schreiber dieser Zeilen beeindruckten. Ein Fauxpas blieb summa summarum in der Eröffnung auf beiden Mannschaftsseiten aus, so dass nach den ersten Stunden Spielzeit die Partien mit unterschiedlichem Stellungsgefühl (je nach Betrachter) schlicht im Gange waren. Stück für Stück kippte die anfänglich unklare Lage jedoch zu unseren Gunsten, wobei auch Chancen für die Gastgeber bestanden, aber nicht konsequent genutzt wurden. Mit einem Glückspfeil im Köcher freuen wir uns über den Endstand von 6:2 und Auftakt nach Maß.

Ohne René, Hartmut und Martin, dafür mit Robin, Christian und Mike ging es heute gegen die favourisierten Engelsdorfer. Diese verzichteten auf einen Einsatz an Brett 1, so das Alv durch Anwesenheit den ersten PlusPunkt einbrachte. Mit mehr Glück als Verstand steuerte Haasi als nächstes ein Remis bei, nachdem er die gegen 2 Bauern verlorene Figur  zurück gewinnen konnte. Dazu kam ein stark herausgespielter Sieg von Mike zur überaschenden 2-Punkte-Führung.

Die nächsten Stunden liefen dann leider nicht ganz so erfolgreich weiter. Freya verlor ihre durchaus ausgeglichene Partie ebenso wie Flori und auch Robin überzog bei starker Stellung seinen Angriff. Den Mannschaftspunkt sicherte uns dann Christian mit einer starken Endspielleistung und der besten Partie des Tages, so dass auch Andreas nach fast 6 Stunden Kampf endlich die Punkteteilung für sich und die Mannschaft beschließen durfte.

Fazit: Ohne 3 - Spiel 4 und der erste doch so wichtige "ungeplante" Punkt schon in der zweiten Runde - Soll mehr als erfüllt, weitermachen.

1 Kommentar

Wir mussten in der ersten Runde drei Stamm- und einen Ersatzspieler an die Dritte abgegeben. Nachdem Martin diese Saison Stammspieler in unserer Dritten ist, haben uns die vier Top-Scorer der vergangenen Saison gefehlt.

Zu siebent hat es gegen sieben Rote Rüben zwischenzeitlich denkbar knapp zu einem 4,5 zu 3,5 gereicht, dabei waren Brett 4 bei uns und Brett 5 bei unseren Gegnern unbesetzt.

An Brett 7 und 8 hatten Sadko und Rico nur wenig Gegenwehr und schnell gewonnen. Trang musste schon deutlich mehr schachliches Können beweisen. Doch auch sie konnte schnell und solide den Punkt verbuchen, so dass es mit dem kampflosen von Thanh zeitig 4:1 stand.

An den noch spielenden ersten drei Brettern hatten wir jeweils knapp 200 bis 400 Punkte stärkere Gegner. Mein Gegner setzte von Anfang an auf Angriff gegen meinen Königsflügel. Dabei übertrieb er es etwas und ich konnte kompensationslos einen Bauern abholen. Blieb also: Stellung sichern, Remis bieten und den zweiten Mannschaftspunkt damit sichern.

Robins Partie entschied sich über die offene e-Linie, die leider sein Gegner kontrollierte. Es drohten mehrfach taktische Einschläge, deren sich Robin lange erwehren konnte. Letzlich brachte aber ein schönes Opfer dann doch das Ende der Partie.

Am längsten spielte Christian. Irgendwann hatte sein Gegner zwei Mehrbauern. Die Partie schien entschieden, aber Christian machte es seinem Gegner nicht ganz so leicht und übte mit ihm noch ein wenig Endspiele. Letztendlich musste er sich aber doch geschlagen geben.

Obwohl alle Partien beendet waren, war das Punktspiel aber noch nicht entschieden: Montag Abend rief der Staffelleiter an, dass wir gegen die 400-Punkteregel verstoßen haben. Sadko hätte nicht vor Rico spielen dürfen. Es zählt seine DWZ von 857 von vor der Saison und nicht die aktuelle DWZ von 954 (ebenfalls vor dem ersten Punktspiel erspielt, aber leider erst Ende August).

In der Mannschaftsaufstellung im Portal64 gibt es zwei DWZ-Spalten. Für mich war es jedenfalls nicht intuitiv, für die Prüfung der 400-Punkteregel die eingeklammerte Zahl nehmen zu müssen.

Die Partie von Rico geht damit als gewonnen für seine DWZ-Auswertung ein, aber für das Mannschaftsergebnis wird sie als kampflos verloren gewertet. Das macht insgesamt nur noch 3,5 Punkte für uns.

Zum Saisonstart musste unsere Mannschaft zum Aufsteiger nach Kitzscher reisen. Dabei wollten wir natürlich unserer Favoritenrolle gerecht werden. Für Stephan und Sven rückten Sandra und Andreas in die Mannschaft. Andreas war es auch, der für den ersten Punktgewinn sorgte, nachdem er materiellen Vorteil erlangt hatte. Wolfgangs Stellung war ausgeglichen, während David etwas fragwürdig aus der Eröffnung herausgekommen war. Beide Partien sollten wenig später Remis enden. Sarah und ich standen anfangs etwas schlechter, was auf Ungenauigkeiten bzw. ein Bauern"opfer" zurückzuführen war. Sarah konnte sich befreien, so dass ihr Läuferpaar die Stellung dominierte und somit in Vorteil kam. Leider fand sie in Zeitnot nicht die besten Züge, so dass auch ihre Partie Remis endete. Ich erreichte ausreichend Kompensation und konnte auch materiell wieder ausgleichen; damit auch hier eine Punkteteilung als logische Konsequenz. Im Anschluss gewannen Sandra und Vincent ihre Weißpartien und auch Falk kam in der Zeitnotphase seines Gegners entscheidend in Vorteil und sicherte den 6:2-Sieg.

Ein Sieg für's Selbstvertrauen und erster Tabellenführer der Saison -- wenngleich noch nicht viel Aussagekraft dahintersteckt. Kitzscher wird es nicht leicht in der Liga haben, jedoch hätte das Ergebnis nicht zwangläufig so klar ausfallen müssen. Unterschätzen sollte man sie nicht, denn sonst werden sie der ein oder anderen Mannschaft ein Bein stellen können.

Ansonsten scheint die Liga sehr ausgeglichen zu sein. Vermutlich kann jeder jeden schlagen, was durch die etwas überraschenden Niederlagen des SV Makkabi und SC Lindenau deutlich wird. Freuen wir uns auf eine interessante Saison.

In der abschließenden Doppelrunde traten wir im Land der Frühaufsteher gegen SG AE Magdeburg und Rochade Magdeburg an. Schmerzlich vermisst wurden unsere Stammspieler Stefan und Lars, die aber mit nicht weniger Spielfreude durch GM Haasi und Vincent ersetzt wurden. Mit einem beachtlichen 4:4 gegen die in der Tabelle vor uns rangierenden AE Magdeburger gelang uns sogleich am Samstag erneut ein Achtungserfolg, welcher auch am Abend standesgemäß mit tschechisch-süffigem Fassgebräu gefeiert wurde. Sonntag folgte eine knappe Niederlage, wobei auch hier durchaus ein analoges Resultat zum Vortag erreichbar war. Siegreich sicherte sich Rochade Magdeburg damit wichtige Punkte gegen den Abstieg. Es sei Ihnen herzlich gegönnt, denn Abstiegssorgen durften wir diesmal schon deutlich früher als erwartet abstreifen. So macht Schach Spaß - Abschluss einer grandiosen Saison.

Zu selten konnte diese Saison die zweite Mannschaft ihr spielerisches Potential auch umsetzen. Im letzten und wichtigsten Spiel konnten wir jedoch zeigen, dass wir auch ein bisschen Schach spielen können. Ich konnte bereits nach 45 Minuten den Grundstein für den Sieg legen, nachdem ich einen taktischen Fehler meines Gegners David Kober ausnutzen konnte und wir so früh 1:0 in Führung gingen. Leider musste Robin, der gut aus der Eröffnung kam, nach kleinen Ungenauigkeiten gegen Wolfgang Drusba eine Niederlage einstecken. Ein Blick auf die anderen Bretter ließ aber hoffen, dass wir dieses Spiel zumindest nicht verlieren sollten. Sven war gegen Matthias Justra nie wirklich zufrieden mit seiner Stellung, so dass er nach einem taktischen Manöver die Qualität geben musste und später folgerichtig die Partie verlor. Dafür konnten unsere beiden Ersatzspieler Andreas und David jeweils voll punkten. Davids Saisonleistung mit 7½ aus 8 soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Sarah konnte gut gegen Jürgen Pohlers gegenhalten, so dass noch vor der Zeitkontrolle das Remis durch dreifache Stellungswiederholung gesichert war. Vincent erlangte gegen Dr. Anita Just schnell Ausgleich und konnte nach Öffnung der f-Linie erst die weißen Bauern am Königsflügel schwächen und dann den entscheidenen Königsangriff durchführen. Dadurch war der Mannschaftssieg gesichert und auch Falk konnte seinen Mehrbauern im Endspiel zum vollen Punkt verwerten. Damit haben wir nach einer suboptimalen zweiten Saisonhälfte den Klassenerhalt aus eigener Hand gesichert, was bei einer Niederlage nicht der Fall gewesen wäre, da Taucha gegen die SGL 8 mit spielfreier zweiter Mannschaft nur zu sechst antrat und die SGL 9 ein beachtliches 4:4 gegen Großlehna erreichte. Herzlichen Glückwunsch an den SC Naunhof zum Staffelsieg!

Wenn auch mit den (üblichen) Schwächen an Brett eins(0) und zwei(0,5) überzeugte die Dritte mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung gegen nur 6 Lindenauer und hat nach einer spannenden Saison in einem überraschend ausgeglichenem Feld pünktlich in der letzten Runde den Sack zu gemacht.

Damit hat die 3. Mannschaft schon beim ersten ernstzunehmenden Anlauf erfolgreich das hochgesteckte Saisonziel erreicht und steigt als Staffelsieger in die 1. Bezirksklasse auf. Ohne Spielverlust, mit dem "geplanten" Unentschieden gegen Oschatz und dem beim Blick auf die Tabelle gerechtfertigtem Remis gegen Taucha gleich in der ersten Runde erspielten wir uns am Ende einen Punkt mehr als der Rest .

Wir bedanken uns sowohl bei der 2. (puh, hat ja noch geklappt) und der 4. (Kopf hoch, als nächstes dürft ihr) für die Chance durchweg mit starken acht Mann/Frauen antreten zu dürfen und natürlich auch bei der 1. die uns gelegentlich beim Glauben an die Favouritenrolle bestärkt hat. Ort, Art und Termin der Aufstiegsfeier wird  bekannt gegeben.