Sachsenliga revisited

Nun will ich noch (für meine Verhältnisse: kurz) der traurigen Chronistenpflicht nachkommen und die letzten beiden Oberligawochenenden Revue passieren lassen. Wie immer das Positive zuerst: Nie in den letzten Jahren haben wir den Verbleib in der Sachsenliga derart frühzeitig sichern können - fast mit einem Jahr Vorlauf konnten wir uns da ziemlich sicher sein. Wer einen Blick auf den Tabellenstand der Sachsenliga vor dem letzten Spieltag werfen möchte, wird erahnen können, dass dies eine Errungenschaft ist.... Außerdem sind wir nicht Letzte geworden, auch wenn wir uns darauf wohl mit Blick auf den direkten Vergleich mit dem letztplatzierten USV TU Dresden II und auf die Aufstellung des SV Rochade Magdeburg 96 am letzten Spieltag nicht zu viel einbilden sollten.

Doch der Reihe nach: Klar war, dass die Entscheidung bzw. Vorentscheidung über den Klassenerhalt in der vorletzten Doppelrunde in Dresden fallen würde. Und es ließ sich am Samstag zunächst gegen die stärker einzuschätzenden, weil ausgeglichener besetzten und deutlich besser punktenden Grün-Weißen aus Dresden gut an - als ich nach einem schnellen Sieg die Szene verließ, um mich für den folgenden Tag zu schonen (bzw. auf den unverhofft aufgetauchten Wolfgang Uhlmann notdürftig vorzubereiten), gab ich mich der berechtigten Hoffnung auf einen Mannschaftssieg hin. Einzig der Umstand, dass Carsten - mutig, aber eben auch riskant - ein Remisgebot seines starken Gegners abgelehnt hatte, trübte meine Vorfreude, denn was beim Gehen mein Auge streifte, sah nach einem gefährlichen Konter aus. Und so kam es dann, wie es wohl kommen musste: Jörg konnte zwar seine Partie gewinnen (und sich damit - soviel Vorgriff sei gestattet - nach einer überzeugenden Saison zum Rekord-Sieger aus unseren Reihen krönen). Aber leider galt für Thomas weiterhin (sinngemäß) die bekannte Fußball-Weisheit: "Haste Scheiße am Schuh, haste Scheiße am Schuh!" und so verwandelte er seine hart erarbeitete vorteilhafte Stellung im Handumdrehen in....nun ja, ich muss es nicht wiederholen. Und so waren die sicheren Remisen von Christian und Wolli am Ende zu wenig für die Mannschaft und ein trostloses 3:5 stand zu Buche.

Aber der große Abstiegs-Showdown sollte ja ohnehin erst am nächsten Tag folgen. Über den decke ich dann mal lieber den Mantel des Schweigens - wenn wir in dieser Saison einmal klar und chancenlos verloren haben, dann war es in dieser Runde. (OK, Mantel des Schweigens hin oder her - Gisos schönen Sieg will ich nicht unerwähnt lassen; dafür hatten wir diese Saison einfach zu wenige davon).
Und damit war der Abstieg bereits klar - das Ligaorakel sah zwar noch eine Chance von einem Promille, aber so optimistisch waren selbst wir dann nicht mehr.

Die letzte Doppelrunde zeigte dann noch mal das ganze Spektrum unserer bisherigen Saisonwettkämpfe: Ist es vermessen zu behaupten, dass wir gegen den souveränen Aufsteiger in die 2. Bundesliga AE Magdeburg (Gratulation und viel Erfolg nächste Saison!) etwas hätten holen können? Wahrscheinlich schon, das 2:6 spricht eine deutliche Sprache, die Ratingdifferenzen ebenfalls. Aber zumindest Fadis starke Oberligapremienpartie gegen Maria Schöne hätte nie und nimmer verloren gehen dürfen (wahrscheinlich hätte es auch mehr als ein halber Punkt sein müssen, aber so genau habe ich es dann doch nicht gesehen...). Und an meine eigene Trotteligkeit möchte ich lieber gar nicht denken, denn Blutdruckmedikamente besitze ich aktuell noch nicht. Vom Rest habe ich wiederum nicht genug gesehen, um mir wirklich ein Urteil erlauben zu können, aber wenn Grischan sagt, wir hätten gewinnen müssen, wird es schon stimmen :-).
Ganz im Ernst: Unter dem Strich geht der Abstieg natürlich vollkommen in Ordnung, wenn man seine Chancen so oft nicht nutzt - denn gerade die hier angesprochene Effektivität bzw. Cleverness ist ein Element schachlicher Spielstärke.

Am letzten Spieltag trat SV Rochade Magdeburg 96 nur mit sechs (allerdings guten!) Spielern gegen uns an. Für sie ging es um nichts mehr und Geld scheinen sie zu haben 😉 Wir schlugen uns recht wacker und konnten zumindest einen Mannschaftspunkt retten und damit - wie gesagt schmeichelhaft - die rote Laterne an die Dresdener Bundesligareserve weitergeben. Schade, dass Alv auf diese Weise um seine erste Oberligapartie mit den weißen Steinen gebracht wurde, nachdem er sich am Vortag mit Schwarz wacker gegen seinen nominell deutlich überlegenen Gegner gewehrt hatte. Schade natürlich auch für Giso, aber da es für ihn die zweite Schwarzpartie des Wochenendes geworden wäre und er bereits am Vortag einen schönen Erfolg gegen einen starken Gegner erkämpft hatte, war das vielleicht nicht ganz so tragisch. Damit war Wolli der einzige, der das Privileg "Doppelschwarz" genießen und leider auch im negativen Sinne auskosten durfte. Letztlich muss man wohl mutmaßen, dass er den kleinen Bruder von Thomas´ Fußballschuh anhatte (s.o.). Noch ein Letztes zum Thema "Wäre, wäre, Fahrradkette...": Beide hatten ihr Schuhwerk am ersten Spieltag in Aue in die Schüssel mit den Exkrementen getunkt, als sie gewinnverheißende Stellungen einvernehmlich in schnöde Nullen verwandelten. Man stelle sich vor, das wäre anders gelaufen und beide hätten voller Selbstvertrauen in der Folge konstant so brilliert, wie wir das normalerweise gewohnt sind und (der bis dahin stark spielende) Lars hätte nicht an den letzten beiden Wochenenden seine Leidenschaft für die Marke Audi entdeckt...OK, OK, ich höre schon auf, SG AE Magdeburg sind schon korrekt als Aufsteiger ;-).

Ein Gedanke zu “Sachsenliga revisited

  1. Giso

    Danke für den schönen Schlusssatz zur Saison. In der Tat haben wir etwas unter unseren Möglichkeiten gespielt, aber so ist es eben mit dem Schuh. Der Schnee ist nunmehr geschmolzen.... um bei Assauer zu bleiben. Wir fangen am besten gleich mit dem Training für die kommende Saison an, bzw. feiern fix noch unseren Aufstiegskandidaten aus den eigenen Reihen am 12.05.19!

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