Fast keine Wünsche offen gegen Hoyerswerda

3 Stamm- und 5 Ersatzspieler durften einen bemerkenswerten 11. Spieltag gegen Hoyerswerda miterleben. Danke an dieser Stelle an Timon, der - am Freitag Alleinorchestrator aufgrund krankheitsbedingter Abwesenheit von Lars - das Wunder zustande brachte, die Erste und Zweite irgendwie an allen 3 Spieltagen komplett zu besetzen. Und Danke natürlich an alle Ersatzspieler, auch wenn dies unserer Dritten (zu) sehr zu schaffen machte.

Bemerkenswert nicht nur wegen des überraschenden Mannschaftspunktes gegen einen Gegner, gegen den wir sicher auch im Stamm das 4:4 unterschrieben hätten. Sondern auch, weil es an jedem Brett spannend war, beide Mannschaften ihren vergebenen Möglichkeiten nachtrauern konnten und dass Mannschaftsremis das am Ende gerechte Ergebnis war.

Alv kam mit Schwarz solide wenn auch etwas gedrückt aus der Eröffnung. Dann ergab sich die Möglichkeit für schwarzes exf4 - die Alv wahrnahm - woraufhin weißes e5 mit Angriff auf den schwarzen Springer auf f6 nebst dickem Zentrum e5 und d5 folgte. Hier hätte Sh5 den Mehrbauern zunächst gesichert und die typische Struktur mit Sh5 und f4 weiße Angriffsambitionen erschwert.

Leider zog der Springer auf das passivere Feld h7 (mglw. sprach taktisch was gegen Sh5), die weiße Dame konnte sich auf f4 bedienen und in Verbund mit ihrem Turm den Einschlag auf f7 drohen. Dieses Feld war nur unter Bauernverlust zu verteidigen und das war zu viel des Schlechten.

Auch Luca stand mit Schwarz nach der Eröffnung etwas passiver, aber die Stellung hatte ihre Dynamik. Peu à peu konnte Luca die Partie mit positionellen und taktischen Drohungen in seine Richtung drehen. Am Ende sah sich die Gegnerin einem schwarzen Springer, Freibauern auf der dritten und Turm auf der zweiten Reihe gegenüber. Ihr eigener Freibauern entfaltete weit weniger Potential und so konnten wir unseren ersten Punkt verbuchen.

Wolli lies den zweiten Punkt folgen und wies einmal mehr nach, dass Holländisch forciert gewonnen ist. Man weiß nur noch nicht ob für Schwarz oder Weiß ... Im Verlauf der stellungstypischen Manöver um die Punkte e4 (Schwarz) und e5 (Weiß) wurden die Leichtfiguren abgetauscht und Wolli konnte mit g5 am Königsflügel losrollen (der f5 wartet ja seit dem ersten Zug auf diese Verstärkung). Das führte zu Gewinn von 2 Bauern und einem leicht gewonnenen Turmendspiel.

Dirk musste am meisten mit seiner Partie hadern. Er spielte gegen einen "Taktiker" betont ruhig, stand im Verlauf der Partie etwas passiver, kam aber in ein reines Damenendspiel mit je 6 Bauern und keinen nennenswerten Schwächen. Komfortables Remis?! Leider nein, er lies sich im Glauben an die bessere Struktur auf den Damentausch ein, es war aber genau umgekehrt. Was bei Bauernendspielen forciert und ohne Chance auf Gegenspiel im Verlust endet.

Flosch spielte mit Weiß nach vorn - und saß einem Gegner mit ebensolchen Ambitionen gegenüber. Das war eine Stellung in der viel für beide Seiten möglich war. Schwarz konnte die Angelegenheit in seine Richtung drücken und die Partie stand für Flosch etwas auf der Kippe. Mit einer Reihe guter Verteidigungszügen konnte er den Laden aber zusammenhalten und hatte sein Remis.

Fadi spiele eine faszinierende Partie und öffnete die h-Linie für beide Türme - die Damen waren auch noch auf dem Brett. Sein starker Gegner konnte das verteidigen und die Stellung blieb höchst zweischneidig mit einem Turm und 2 verbundenen Freibauern für jede Seite! Das mündete in eine Stellung, die definitiv ein Diagramm verdient hätte, leider bekomme ich sie nicht mehr ausreichend memoriert.

Der gegnerische König ist auf der Grundreihe festgenagelt und sieht sich Fadis König, Turm und den beiden Freibauern gegenüber. Die eigenen Freibauern sind dafür auf der 6. und 7. Reihe angelangt und einer wird zur Dame gehen. Hier gab es mehrere Stimmen, die ein Matt sahen - da dies aber das offensichtliche Motiv in der Stellung war und sich Fadi sowas meist nicht entgehen lässt, bleibt diese Möglichkeit im Unklaren.

Der Gegner bekam seine Dame, es war kein Matt, aber auch nicht verloren wie wir im ersten Schreck annehmen mussten. Das Mattpotential blieb und ziemlich schnell wurde klar, dass die Dame das Dauerschach nehmen musste.

Carsten durfte sich mit Schwarz des mit Abstand stärksten Spielers erwehren und der baute nach und nach seinen Angriff am Königsflügel auf. Da hatte ich beim Draufschauen ein mulmiges Gefühl aber es ging sich dann in Dame und ungleichfarbige Läufer aus, und Carsten konnte den gegnerischen Mehrbauern blockieren.

Ich hatte am längsten (6h) zu spielen und war fast die gesamte Partie am Drücker. Zwischenzeitlich schwang das Pendel sogar in +4 Sphären, aber da war gerade mal ein Bauerngewinn sichtbar und ein paar meiner Figuren um den gegnerischen König herum. Engine-Schach ... ^ ^

Einmal hatte ich ordentlich Glück, siehe Diagramm:

Ich hatte gerade Tf7 gezogen und die Widerlegung Lf6 ist wohl nicht schwer zu finden - die typische Linienblockierung der verbundenen Türme durch eine Leichtfigur. Das Besondere hier ist, dass das Blockadefeld f6 vom Bauern g5 angegriffen ist, was aber nix macht, denn zugestellt bleibt die Linie ja und der Tf7 ist verloren (Qualitätsverlust).

Kann man sich für's Blitz und das "Gedankenzucken" im Normalspiel merken. Nach über 4h Spiel war zum Glück auch meinem Gegner die "Drohung"  gxLf6 Grund genug, von derartigen Gedankenblitzen Abstand zu nehmen.

Ich konnte die Stellung noch in ein Turmendspiel mit Mehrbauern konvertieren, musste aber einsehen, dass es nur Remis war.

Und der Spieltag nahm sein erfreuliches Ende. Danke auch an Ralf für die Organisation des bezahlbaren Spielsaals, der uns gern noch eine ganze Weile zur Verfügung stehen kann.

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