1 Kommentar

mikeaktiv

Während in den letzten Jahren immer einige unserer Spieler in Chemnitz waren, hatte ich unglücklicherweise nie Zeit gefunden, weil immer was Anderes war. Dieses Jahre wäre es fast auch so gekommen, aber angemeldet ist angemeldet.

Den Stammgästen dieses Turniers fielen sofort zahlreiche Veränderungen auf: neuer Termin, neues Spiellokal und ab der zweiten Runde eine völlig veränderte Anordnung der Bretter 1-20, was unsere Teilnehmer (Sadko,Mike und mich) allerdings weniger störte.

In der ersten Runde konnte keiner von uns dreien irgendwie überzeugen.

Am Nachmittag war zumindest ich halbwegs aufgetaut und bekam gegen meinen Gegner halbwegs ein Bein aufs Brett. Allerdings konnte ich mich nicht wirklich für eine Variante entscheiden und fing an mich mehrfach umzugruppieren, was mein Gegner kopierte. Nach weiteren Versuchen dieser Art stellt ich fest, dass mein Gegner seit einigen Zügen keine Felder mehr für einen Springer hatte. Ich gewann diesen mit einem Bauern und überraschenderweise fühlte sich diese Stellung nicht gut an, da ich mich immer noch etwas verhedert hatte (beim Umgruppieren). Nachdem ich mich nach einigen Zügen wieder halbwegs aktiv stand, gab mein Gegner auf, da ich doch wieder etwas Spiel hatte.

Über die dritte Runde kann ich wirklich nicht so viel sagen, weil ich leider durch Abwesenheit glänzen musste. Allerdings fanden Sadko und Mike zu genau diesem Zeitpunkt ins Turnier.

In der Vierten Runde wurde ich von Sadko und Mike abgeholt (in Leipzig) um dann gegen Gerd zu spielen. Ich war an diesem Tag nun nicht ganz auf Schach konzentriert und kam entsprechend aus der Eröffnung. Ich hatte die ganze Partie daran zu tun, den direkten Verlust zu vermeiden, und schließlich eine Festung zu bauen, die das Remis bedeutete. Währenddessen hielt Mike seine Partie gegen eine starke 1800 beständig auf Ausgleich und trocknete langsam aber sicher jegliche Spielideen aus...Remis! Sadko spielte in dieser Runde gegen einen eher anstrengenden Gegner, den er in klar vorteilhaften Stellung langsam abtrug...unter relativ häufigen Remisgeboten (des Gegners natürlich).

Was die fünfe Runde betrifft erinnere ich mich nicht mehr an viele Dinge, allerdings bekam ich die Möglichkeit erneut gegen die Bird-Eröffnung zu spielen. Allderings führte dies zu einer Stellung in der ich die Öffnungsideen hatte, welche allesamt zu einer Verbesserung des gegnerischen Spiels geführt hätten, also ging auch diese Partie Remis aus. Sadko und Mike verloren in dieser Runde gegen gute Gegner.

Danach hatte der Ausrichter die Möglichkeit zum Besuch des Weihnachtsmarktes und der Bergparade vorgesehen, was wir wahrnahmen.

Zurück am Brett erwartete uns eine seltsame Überraschung: Sadko und ich waren gegeneinander gelost wurden, nahmen uns jedoch vor auszuspielen.

Ich began, indem ich meine Eröffnung so behandelte, dass ich wohl keinesfalls ein Remisgebot erhalten würde und stellte dann einen Bauern ein. Später fand ich eine taktische Idee auf Grund des unrochierten Königs, was zu einem anderen Ausgang der Partie führte....

An diesem Tag hatte Mike seine Partie des Turniers, in der er mit Schwarz wunderbar entspannt aufspielte, bis seine Aktivität groß genug war:

mike

Dieser Situation entstand nach 1....Db6-b4 2.Tc1-c2. Nach Db4 gab es objektiv betrachtet für Weiß keine aktiven Züge mehr, sondern nur noch solche, die den e4 auf Kosten von Aktivität und eigenen Ideen halten. An dieser Stelle sezte Mike mit Sf6xe4 fort und konnte dadurch nach dem Generalabtausch ein Endspiel mit 2 Mehrbauern absolut entspannt spielen.

Der letzte Tag des Turniers lieferte überraschende Ergebnisse:

Mike krönte seine Bilanz mit einem weiteren ausgekämpften Remis.

Sadko spielte folgende schöne Partie:

sadko

Sadko Gegner (schwarze Steine, die gleiche starke 1800 gegen die Mike oben das Remis bekam) hatte gerade ...Tc8-d8 gespielt und Sadko fand es jetzt an der Zeit die Partie auf c6 zu beenden. Der Computerzug wäre d5 gewesen, aber die kritische Variante mit nur kleinem Nachteil für Schwarz nach Se5xc6 konnte Sadkos Gegner nicht ausfindig machen und mir ist sie inzwischen auch entfallen.  😉  Sadko entschied auch mit seiner Variante am Ende die Partie.

Nun zu mir:

ich

Ich hatte mir als Schwarzer in diesem Sizilianer mit b3 zunächst viele Sorgen gemacht...meistens um leuchtende Läufer und hatte erst kurz zuvor f5 gespielt um nicht an h7 rechnen zu müssen. Daraufhin erhielt ich c4, was mich sehr freute. Allerdings hatte ich nur die laut Computer zweitbeste Variante gesehen. Denoch konnte ich nach einigen eher seltsamen Berechnungen sicher sein mit Sxe5 die Wirkung der Läufer gut einzuschränken. In der Partie geschah: 1..Sxe5 2.Lxe5 Sxf4 3.Txf4 Dxd3 und nach einer Weile konnte ich meine Entwicklung beenden und mit dem Mehrbauern zum Gegenangriff übergehen.

Am Ende ergab sich:

Mike 2,5/7  +42DWZ

Sadko 3/7  -11 DWZ

ich 4/6 +9DWZ

Insgesamt handelte es sich um ein gutes Turnier in schöner Atmosphäre, aber das nächste Mal brauchen wir etwas mehr Losglück.

 

2 Kommentare

imageNach dem letzten Sieg über Markkleeberg ging es heute zum Tabellenführer nach Glauchau. Schon die Hinfahrt über die Bundesstraßen erwies sich als tückisch. So mussten gleich zwei Umleitungen befahren werden, was am Ende knapp 20 Minuten Verspätung unsererseits zur Folge hatte. Nächstes mal dann doch lieber gleich die Autobahn nutzen. Die Gastgeber bestanden nicht auf ihren Zeitvorteil, obwohl sie schon geschwächt, d.h. zu siebt angetreten sind. Die folgenden fünfeinhalb Stunden konnte ich also als Zuschauer "genießen". Erwartungsgemäß werden die Spiele bei uns immer knapp, wenn wir mit Vorsprung starten, und genau so sah es die meiste Zeit auch aus. Carsten überraschte (oder macht er das immer?) mit einem frühen Bauernopfer und konnte damit zumindest eine druckvolle Stellung aufbauen. Auch Stephan opferte einen Bauern, hatte dafür aber einen aktiven Turm und der Bauer konnte auf lange Sicht auch wieder zurückerobert werden. Ersatzmann René stand hingegen eher passiv da und auch Sandra hat nicht so richtig ins Spiel gefunden. Vincent hatte eine optisch gute Stellung, die jedoch auch sehr offen war.

"Trotz der Überzahl zeichnet sich wohl wieder kein Sieg ab."
Frank Müller, 15.11.2015, 11:00 Uhr

Auch mit einem strategischen Bauernopfer (so heißt das an Brett 1) stand Frank da. Vincent wickelte in eine etwas nachteilige Stellung ab, bot remis, und der Gegner nahm an. Durchatmen. Später ging es dann ganz schnell: Carsten gewann unter Mithilfe seines Gegners, René remis und auch Frank überzeugte mit Taktik. Einzig Sandra musste sich geschlagen geben. Mit dem 4:2 im Rücken spielten noch Stephan (ausgeglichenes Endspiel) und Sven (Mehrbauer aber jeweils auch 2 Schwerfiguren). Nach weiteren 1,5 Stunden Kneten und Probieren gingen beide Partien remis aus. Wir bedanken uns bei den freundlichen Gastgebern aus Glauchau, die sogar kurzfristig auch noch die Kaffeeversorgung sicher stellten. Glück auf!

Ein kleiner Rückblick auf das heimische Zweitrundenspiel der 1. Mannschaft gegen Wilkau-Hasslau soll zumindest den Sieg der Gastmannschaft noch würdigen. Diese verfügten am WE einfach über mehr Biss und setzten sich am Ende 5:3 durch. Insbesondere erreichte die uns sonst so verwöhnende Mittelachse nichts greifbares und letztendlich gelang nur Grischan ein voller Punkt. Etwas besser sollte es diesmal gegen Engelsdorf laufen. Der Sonntagmorgen startete auch vielversprechend mit einem schnellen Weißsieg an Brett 1 durch Thomas H. Sein Gegner hat auch den sportlichen Spaß mitgemacht und sich das Matt bis zum Schlusspunkt zeigen lassen. Ungefährdete Remisen ergaben die Bretter 2, 4, 6, 7 (Lars, Grischan, Jörg und Felix), wobei ich nicht berichten kann, ob hier Chancen -hüben wie drüben- liegen gelassen wurden. Der zweite volle Punkt gelang Giso an 8 mit einem Schwarzsieg. Dem ungünstigen Zwischenstand geschuldet entschied sich Weiß nach in etwa ausgeglichener Stellung mit a4 eine Kreuzspannung mittels Bauern (Weiß a4,b4 - Schwarz a5,b5) am Damenflügen anzulegen und die Stellung zu forcieren. Die Position begünstigte jedoch Schwarz und wurde final taktisch entschieden. Wolfgang an Brett 5 riskierte für Initiative ein paar positionelle Schwächen, die sich später in Materialauflösung und einem hoffnungslosen Turmendspiel äußerten. 0-1. Markus an 3 kämpfte lange mit einer Mehrqualität bei positionellem Druck des Gegners. Rein gefühlt glaube ich an ausreichend Weiße spielerische Ressourcen. Möglich schien z.B. ein Turmmanöver g1-g4-c4 und das Einsammeln des vorgeschobenen Schwarzbauerns auf c3 nebst Aktivierung des zwischenzeitlich auf b1 eingeschlafenen Springers. Das angenehmere Spiel hatte freilich Schwarz, der sich final auch durchsetzte. Damit verpassten wir leider den Sieg.  Am Ende hieß es 4:4 inkl. Lauerposition in der Tabellenmitte.

1 Kommentar

Die Teilnahme an der Döbelner Stadtmeisterschaft ist für einige Spieler unseres Vereins inzwischen zur Tradition geworden, auch wegen des geradezu unheimlichen Glücks, welches einige Spieler dort immer wieder haben.

Zum 30. Jubiläum dieses Turniers reisten Felix, Sadko, Mike und ich an.
Die erste Runde brachte für unsere Teilnehmer wenig Überraschungen, wobei Felix und ich einige Zeit brauchten unsere Gegner zu „überzeugen“, es jedoch an Klarheit nicht mangeln ließen, obgleich Felix Gegner Mirko Adler eine am Ende sehr überzeugende Gesamtperformance im Turnier erreichte und in dieser Partie einen sehr stabilen Aufbau wählte. Sadko und Mike konnten in dieser Runde noch keine Punkte holen.

In der zweiten Runde gewann Felix seine Partie sehr überzeugend. Sadko konnte in seiner Partie Stück für Stück Vorteile ansammmeln und der Sieg war irgendwann nur folgerichtig. Einzig Mike konnte in dieser Runde noch nicht überzeugen. Ich hatte Ingo Voigt als Gegner, dem ich erst kürzlich in Geithain begenet war. An diesem Tag jedoch hatte ich Weiß und es ergab sich eine durchaus spielbare Partie mit in etwa Ausgleich und zahlreichen Ideen aber auch Schwächen. Meine Einschätzung während der Partie war jedoch zu Gunsten meines Gegners. Nach einigen verpassten Chance beiderseits ergab sich nach der Zeitnot eine Möglichkeit für mich mit Vorteil mit der Dame in die gegnerische Stellung einzudringen, was der Gegner mit einem einzügigen Turmeinsteller beantwortete.
In Nachbetrachtung mit dem Computer konnte ich alerdings nur feststellen, dass ich auch ohne den Einsteller sowohl Idee als Vorteil hatte.

In der dritten Runde konnten schließlich Mike gegen eine engagierte junge Spielerin gewinnen indem er ruhig und gelassen seinen Vorteil verwertete. Sadko konnte durch präzises und aktives Spiel überzeugen, womit er eine ausgeglichene Partie so behandelte, dass der Gegner immer wieder die Möglichkeit bekam auf Grund eines Gewinnwunsches unpräzise zu spielen. Irgendwann konnte der Gegner sich nicht mehr halten und Sadko erhielt einen deutlichen Vorteil, den er nicht mehr aus der Hand gab.
Felix hingegen erhielt in dieser Runde Klaus-Dieter Kesik als Gegner, gegen den er das Wolgagambit spielte und mehr als nur Kompensation für den Bauern erhielt. Allerdings konnte Felix im späteren Verlauf der Partie nicht immer optimal verstärken und der FM kam zurück ins Spiel und überzeugte im Endspiel.
Ich durfte gegen den späteren Zweitplatzierten Peter Abudrakhimov antreten und fand wirklich augezeichnet ins Spiel. Nachdem ich mich mehrfach keine guten Züge fand und mein Angriffsplan durch Abtauschen gebremst wurde erhielt ich ein Remisgebot, welches ich gut annehmen konnte.

In der Vierte Runde hielt mein Glück endgültig nicht mehr durch, was zu einer Rochade in einen sehr schnellen Angriff meines Gegner führte.... Ich hatte zumindest etwas mehr Zeit die laufenden Partien zu betrachten:
Felix konnte in einer interessanten Partie rasch Vorteil erlangen. Dieser Vorteil bestand unter Anderem in einem weit vorgerückten Bauern, welcher sowohl Durchbruchideen als auch Stützpunkte für unter Anderem einen Springer erzeugte.
Mike konnte mit den schwarzen Steinen jegliche Ideen des Gegners unterbinden und zögerte beim Remisgebot seines Gegners auch nicht lange.
Sadko hatte nach seinen Siegen in Runde 2 und 3 nun Brett 4 erreicht, an dem er jetzt gegen Tilo Manitz den späteren Turniersieger spielte. In dieser Partie wurde Sadko nun taktisch sehr schön überspielt, was bei den Fähigkeiten und Abschneiden seines Gegners allerdings weniger schwer wiegt.

Der dritte Tag des Turniers brachte weder mir noch Felix ereignisreiche Partien, also je zwei schnelle Remis, welche jedoch den Blick auf das Preisgeld noch offen ließen.
Auch Sadko konnte an diesem Tag 2 Remis beitragen, allerdings echt Ausgespielte, in denen er die Möglichkeiten genau auslotete und mitunter gewagte Fortsetzungen im Gewinnsinne ausprobierte.
Die Partie des Tages kam von Mike, der vormittags überraschenderweise ein Königsgambit vorgesetzt bekam und dieses sehr schön behandelte. Nachdem das Brett endgültig in Flammen stand fand Mike einen sehr schönen Angriff, welcher auch in zahlreichen Formen zum Sieg geführt hätte. Der Gegner durfte sich an dieser Stelle für eine Form seiner Wahl entscheiden.
Auch der Nachmittag brachte Mike eine gute Ausgangslage bis ins Endspiel hinein. Was dann geschah frage ich mich immer noch. Und schließlich verlor er die Partie.

Am letzten Tag spielte Mike gegen Jürgen Rudolph, der gewohnt aktiv nach vorne spielte, wogegen Mike nicht die geeigneten Mittel fand. Auch Felix unterlief bei seinm Sprung aufs Treppchen eine kleine Ungenauigkeit, welche zu sehr folgenschweren Konsequenzen führte. Ich konnte an diesem Tag bequem aus der Eröffnung starten (immerhin mit Schwarz) bis ich nach zahlreichen Umgruppierungen Vorteil hatte. Allerdings konnte ich mich wohl nicht zu einer problemfreien Abwicklung durchringen, was zu seltsamen Aktionen führte, die zumeist leichten Vorteil für mich bedeuteten aber in absolut verworrenen Stellungen. Am Ende entschieden meine Ideen trotz einer entscheidenden Lücke, welche niemand sah, die Partie zu meinen Gunsten.
Die interessanteste Partie dieses Tages spielte sich jedoch an Sadkos Brett ab: Nachdem Sadkos Gegner sich entschieden hatte auf jeden Komfort für seinen König zu verzichten, nam Sadko das zum Anlass ebenfalls derartigen Luxus zu unterlassen und direkt anzutreten. Sadko konnte den Angriff sehr weit vorantreiben. Im entscheidenden Moment (ca. 8 Minuten auf Sadkos Uhr, etwa Zug 28) fand Sadko einige nicht ganz optimale Abwicklungen und konnte durch den folgenden Gegenangriff und die Zeitnot die korrekte Abwicklung nicht finden. Dies führte in eine Stellung, in der sich Sadkos Gegner ins Dauerschach retten konnte.

Insgesamt bot das Turnier mal wieder ein tolles Ambiente und das Treffen mit den üblichen Verdächtigen.
Bemerkenswert ist außerdem, dass wir zu Viert 3 der 4 Kategoriepreise mitnahmen:
Jugend(Felix)
U1800(ich)
U1600(Sadko)
Ein gedachter U1400-Preis wäre vermutlich noch an Mike gegangen.
Bemerkenswert ist auch der Effekt in der Wertzahlentwicklung zumindest 3er unserer Spieler:

Mike erhält vermutlich 19, ich etwa 33 und Sadko sogar 43 DWZ-Punkte.
Ähnlich verhielt es sich auch mit den Plätzen der Rangliste und der ELO-Auswertung

Bleibt nur noch zu sagen, dass Sadko uns bereits beim Turnierleiter für den nächsten Durchgang in Döbeln vorgemerkt hat.

Nun einige Bilder:

MikeIMG_1459IMG_1460bIMG_1461

2 Kommentare

Ohne Worte.

Eigentlich.

Aber zollen wir Großlehna den gebührenden Respekt für den Sieg und geben unserer Enttäuschung Ausdruck. Sollte Großlehna mit der Taktik der 2 leeren Bretter weitere Siege einfahren und am Ende aufsteigen, wäre dies in der Tat eine bemerkenswerte Leistung. Allerdings muss etwas auf die Tendenz geachtet werden, denn nach einem 5:3 in Runde 1 hieß es diesmal "nur" 4,5:3,5.

Zum Spiel. Großlehna ließ nachvollziehbarerweise Brett 1 und 3 frei, da dort starke Gegnerschaft (Frank und Carsten) mit den weißen Steinen gesessen hätte. An Brett 2 zumindest half diese Aufstellung nicht sonderlich, da Micha mit den schwarzen Steinen gegen Verena Nagel gewinnen konnte. Stark!

An den Brettern 4 und 5 sahen sich Sandra und meinereiner DWZ-stärkeren Gegnern gegenüber. Sandra schaffte mit Schwarz aus der Eröffnung keinen Ausgleich und hatte den Rest des Spiels zu kämpfen, den Laden zusammenzuhalten. Das gelang leider nicht, weil im Endspiel die ungleichfarbigen Läufer nebst eines Turms die aktivere Seite (Freibauer auf der 7.!) deutlich bevorzugten.

Ich wusste nicht so recht, ob ich ausgangs der Eröffnung etwas besser oder auf Ausgleich stehe oder mir mein Gegner gar gleich was um die Ohren haut, ob seines selten gespielten Eröffnungskonzeptes. Tatsächlich stand ich richtig gut; ich hätte statt Lg5? halt einfach nur den anderen Zug spielen müssen, der Bauer oder Qualität gewinn:

Thiergen-Wünsch
Bauer oder Qualität - was darf es sein?

Hätte man durchaus sehen können. Nach weiteren 20 Zügen so hin und her und ausgeglichenem Endspiel kam ein weiterer übler Schnitzer hinzu, der mir ein sehr passives Turmendspiel einbrachte, welches an solchen Tagen natürlich verloren ist.

Sarahs Gegner spielte ziemlich wild mit manueller Rochade und angetäuschtem Bauernsturm. Das führte zu keiner besseren aber zumindest einer sehr komplizierten Stellung und Sarah beging in Zeitnot den entscheidenden Fehler. Vincent kam mit Weiß ähnlich mir irgendwie unklar aus der Eröffnung (schlechter wohl nicht). Dann konnte der Gegner einen gedeckten Freibauern auf der c-Linie installieren, aber immerhin standen je Dame und Turm bei recht offener Stellung auf dem Brett. Aber da es eben einer dieser Sonntage war, war es nur Vincents König, der sich unwohl fühlte und als dann noch ein Bauer wegging war die Stellung verloren.

Sadko wenigstens konnte noch Remis in einer meiner Meinung nach ausgeglichenen Partie erreichen.

Zugegebener Maßen bedeutet ein Heimspiel im Schach nichts besonderes, lediglich die Anreise kann man sich ersparen und den Sonntag-Morgen mit etwas mehr Schlaf auskosten. Wie auch in unserem Fall sind die Gastgeber meistens so fair und verlegen den Spielbeginn auf 10 Uhr, was das ganze etwas erträglicher macht. Danke an Ebersbach! Bzgl. des Spieltages mussten wir auf Markus verzichten und den Erstmannschaftserprobten Falk an Brett 8 nachrücken lassen. Sehenswert und in guter Laune gewann  dieser - als gäbe es nichts einfacheres - dann auch seine Schwarzpartie.  Auch Jörg - den wir wieder herzlichst in Mannschaft 1 als Stammspieler begrüßen - zeigte an Brett 5 spielend gegen den i.d.R. gut aufgelegten Christian Noack eine von Beginn an ordentliche Weißpartie mit Punktgewinn. Giso an 7 profitierte diesmal von einem Eröffnungsfehler von Dr. Hollstein und konnte ebenfalls gewinnen. Der aufmerksame Leser wird bemerken, dass sich die Berichterstattung von hinten nach vorn in der Brettbetrachtung durch arbeitet. Dies ist allerdings nur der Sitznähe geschuldet, wodurch der Schreiber im Unterhaus einfach mehr gesehen hat. Unzufrieden war Lars an Brett 2, der mehr als ein Remis herausholen wollte, aber mit seiner Einwilligung den Zwischenstand auf 4,5 Punkte hievte. Grischan an 3 war erkrankt. Die Partie verlief für ihn unvorteilhaft und für das Turmendspiel mit Minusbauer fehlte einfach körperliche Widerstandskraft, was den Gästen den ersten Punktgewinn sicherte. Wolfgang konnte einen ungefährdeten Schwarzsieg einfahren und hatte eher Schwierigkeiten mit der Vielfalt der sich anbietenden Optionen. Licht und Schatten gab es an Brett 6 und 1. Unser Nachwuchstalent Felix erkämpft doch noch nach eher kritischen Verlauf ein beachtliches Remis. Pech hatte Thomas, der an 1 gegen M. Leipert eine gewinnverheißende Weißstellung erspielte und verdarb. Bei knapp werdender Zeit - was im Sinne einer besseren Einteilung kritisiert werden muss - konnte Thomas nicht mehr alle Unwägbarkeiten der Stellung berechnen, was für ihn ein Matt auf g2 und 0-1 bedeutete. Ärgerlich, aber im sportlichen Sinne eher herausfordernd. Go on! Es muss allerdings auch erwähnt werden, dass Hr. Leipert seine ohnehin aktive Stellung mit einem Springer-Zentrums-Opfer auf d5 geschickt verkompliziert hat, wonach die Variantenvielfalt durch das Läufermonster auf b7 drastisch zunahm. Never ever ... 3:5 hieß das Schlussergebnis aus Sicht der Gastgeber und wir gehen hoffnungsvoll in Runde 2.

Neue Saison, neues Glück. Nach dem 2. Platz in der letzten Saison wollen wir dieses Jahr in der zweiten Landesklasse B natürlich noch ein kleines Stückchen höher hinaus.

Der Auftakt gegen den SV Springer gelang; insbesondere durch das 4:0 an den ersten 4 Brettern, wo wir unsere nominelle DWZ-Überlegenheit voll ausspielen konnten. Micha stand mit Mehrfigur schon früh auf Gewinn.

Bei Sandra, Frank und Carsten ging es jeweils normal aus der Eröffnung und peu à peu konnten Vorteile in Form von Mehrbauern, Stellungsdruck oder dem Läuferpaar angehäuft werden, die letztlich in gewonnene Stellungen mündeten.

"Normaler" Eröffnungsverlauf war sowieso das Motto des Spieltages ... nach 2h war auch an den hinteren 4 Brettern noch nichts entschieden. Vincent tat es dann unseren ersten 4 Brettern gleich, baute Stellungsdruck auf, holte sich einen Mehrbauen und gewann.

Sarah stand bis zum Ende gut, aber angesichts des Spielstandes wurde sich auf Remis geeinigt. Ich spielte meine insgesamt ausgeglichene Partie bis ins Endspiel, wo es dann klar Remis war.

Sadko stand im Mittelspiel eigentlich ganz gut, erlaubte dem Gegner aber dann das Eindringen der Dame in die Stellung, was ihn die eigene Tante gekostet hätte. Dann wäre es mit Turm und Leichtfigur gegen Dame wohl ziemlich schwer geworden, aber in der Absicht schnelle Züge zu spielen gab der Gegner ein Schach zu viel und es ergab sich eine 3-malige Stellungswiederholung.

Das deutliche 6,5:1,5 bringt uns die Tabellenführung. Auch die Tatsache, dass es keine Verlustpartie gab, stimmt hoffnungsvoll. Ein Blick auf die anderen Ergebnisse in der Liga lässt vermuten, dass es recht ausgeglichen zugehen wird; da werden die Brettpunkte irgendwann sicher von Vorteil sein.

4 Kommentare

Seit nunmehr 30 Jahren veranstaltet der Schachclub Geithain im Spätsommer sein Schachturnier, auf welchem man zwar selten Titelträger antrifft, dafür aber jede Menge schachbegeistertes Fußvolk (110 SpielerInnen waren es dieses Mal). Das Turnier ist in eine A- und B-Gruppe unterteilt; der Schnitt erfolgt bei einer DWZ von 1750.

Zum Jubiläum waren wir zu Zehnt vertreten und das Fazit ist insgesamt ausgeglichen: Christian, Sadko, Alv und ich können zufrieden sein, Felix und Mike spielten ungefähr Erwartungswert und Caro, Wolli, Grischan und Sören ließen DWZ-Punkte liegen.

Siegerehrung
Zur Siegerehrung waren die Pokale für uns außer Reichweite, stattdessen gab es nützliche Haushaltsgegenstände zu holen. Sadko (vorn) sucht sich gerade eines aus.

In der ersten Runde gab es - zumindest für die A-Gruppe - gleich mal die Höchststrafe: 0:6 nach 90 Minuten (für 30 Züge) zzgl. 30 Minuten Verlängerung. Während Alvs, Sörens und meine Niederlage gegen stärkere Gegner im Rahmen des Erwartbaren lagen, verlor Grischan gegen das Nachwuchstalent Zähringer (welches am Ende auf Platz 4 einkam und 85 DWZ-Punkte gewann), Wollis Niederlage war von ihm selber vorher als "unmöglich" deklariert worden und Felix verlor einen scharfen taktischen Schlagabtausch.

In der B-Gruppe lief es besser: Sadko sorgte für unseren einzigen Rundensieg, Christian remisierte, Mike und Caro verloren. Caro dabei unglücklich, da sie zunächst mit einer schönen Kombi Dame für Springer und Turm gewann und diese dann wiederum im Endspiel in einer Springergabel hineinstellte.

Nach einer Einkehr in das Spiellokal, nebst 2h Doppelkopf und 3 Bier war der Frust behelfsmäßig hintergespült und wir stürzten uns tatenkräftig in den Samstag.

Felix
Felix - unser einziger Sieger in Runde 2

Es ging aufwärts, aber eher das "Leipziger Tieflandsbucht und am Horizont ist ein 3m Hügel" Aufwärts. Es gab wieder nur einen Rundensieg - durch Felix - dafür immerhin ein paar mehr Remisen: Womit ich leben konnte und auch Caro und Sadko, sicher aber nicht Grischan und Wolli die sich nach diesem Fehlstart praktisch keine Hoffnungen mehr auf Edelmetall machen konnten. Christian, Mike, Caro, Alv und Sören verloren.

Mike
Mike mit Sieg in Runde 3
Caro
Caro spielt Remis

Die dritte Runde brachte die Trendwende! Bis auf Sören, der eine weitere Niederlage verbuchen musste, gewannen alle unsere Spieler im A-Turnier. Im B-Turnier konnte Mike gewinnen, Sadko und Caro spielten Remis, Christian verlor.

Von der vierten Runde hielt das Sommerhoch an: 5 Siege in der A-Gruppe bei nur einem Remis (Felix). Ein Diagramm aus meiner Partie in dieser Runde:

Geithain
Aktuell träumt mein Bauer auf der 7. sehr lebhaft von seinem nächsten Leben als Dame, aber ein paar Sorgen habe ich auch: Gefesselter Springer, Gabeldrohungen und meinem d-Bauer soll es ans Leder. Dennoch kann ich hier sofort gewinnen - wie? Gezogen hatte ich schließlich Tcd1, wonach es "normal" weitergehen sollte, mein Gegner aber mit Tc5?? einen Blackout hatte und ich sofort gewann. In der Analyse dachten wir, dass sich Schwarz stattdessen mit Te7 den d-Bauer abholen sollte, wonach er - Abtausch vorausgesetzt und ich z.B. auf a6 schlagend (sonst Minusbauer) - wegen der höheren Zentralisierung seiner Figuren besser steht. Aber Te7 wäre nicht gegangen, warum?

In der B-Gruppe konnte Sadko gewinnen und Mike Remis spielen und es kam zum einzigen VfB-internen Duell des gesamten Turnieres! Welches Christian gegen Caro für sich entscheiden konnte.

Diesbezüglich hatten wir Glück (wenn man das Nichtzustandekommen von vereinsinternen Duellen als solches bezeichnen will): In der 5. Runde wurden Grischan, Felix, Wolli und ich an 4 benachbarte Bretter gelost:

KeineVereinsduelle
Keine Vereinsduelle, bitte!

In der 5. und letzten Runde begrenzte Wolli den Schaden der ersten beiden Runden und gewann sicher. Alv und Felix spielten Remis, Sören und ich verloren. Grischan konnte mit Schwarz nur ein leicht schlechteres Spingerendspiel erreichen, das Remis lehnte der Gegner auch noch ab (irgendwoher hatte der noch Energie), Grischan verpasste den Remiszug und somit auch für ihn eine Niederlage im letzten Spiel.

In der B-Gruppe gewann Sadko die 5. Runde während Christian, Caro und Mike verloren.

Turniersieger wurde Florian Fuchs, der beeindruckend alles an die Wand spielte, was ihm ans Brett gesetzt wurde. Das Ergebnis waren 5/5 Punkte und eine Performance von so irgendwas um die 2400 - Chapeau!

Die Rahmenbedingungen waren wie immer sehr gut - schöner Spielsaal, der zwar immer ordentlich gefüllt ist, was aber im Sommer weniger ein Problem ist, da die Fenster geöffnet bleiben können. Na okay, am Sonntag hatte man bei 35 Grad oder so dann eher Probleme mit zuviel (warmer) Luft, aber für das Wetter kann ja keiner was. 2 x Mittagessen sind im Startgeld inklusive und im Biergarten kann man zwischen den Partien ganz vorzüglich einen Skat kloppen, sich sonnen oder über vergebene Chancen philosophieren.

Schön hier!
Schön hier!