holen ein 4:4 in einem wildem Punktspiel.
Frank fiel kurzfristig aus und wir entschieden uns, dass 1. Brett freizulassen, da ansonsten die schon strapazierte Spielerdecke der 3. und 4. Mannschaft zu sehr gelitten hätte.
Das 0:1 konnte schnell in ein 2:1 umgewandelt werden: Ich konnte mit Schwarz aus der Eröffnung heraus mehr als ausgleichen, gewann einen Bauern und mein Gegner gab (früh) auf. Vincents Gegner gab eine Leichtfigur für 2 Bauern, wobei das zugegebermaßen ganz kurz wie Bauerngewinn! aussah. Aber Vincent hat seine Eröffnungen im Griff und obwohl sein Gegner noch so gut als möglich Verwirrungen anzettelte, war der Sieg letztlich ungefährdet.
Dann war es erstmal vorbei mit den frohen Nachrichten. Micha hatte in der Eröffnung eine Figur verloren und Carstens König war in eine intensive Diskussion mit gegnerischer Dame, Turm und dem Fianchettoläufer verwickelt. Die eigenen Adjutanten hielten sich mit eigenen Beiträgen sehr zurück und die Stellung war nicht mehr zu retten. Auch Micha konnte nur kurz eine Bauernwalze andeuten, die von der gegnerischen Mehrfigur gestoppt wurde.
Zwischenstand 2:3 und wir mussten langsam das 4:4 anstreben, obwohl ein Mannschaftssieg natürlich schöner wäre ... dieser Zwiespalt führte zu einem abgelehnten Remisangebot unsererseits an Renés Brett. Die taktischen Möglichkeiten sprachen zu dem Zeitpunkt für René, die positionellen Gegebenheiten für den Gegners. Leider hatte schon wenig später der Gegner alle Vorteile auf seiner Seite - 2:4.
Zum Glück stand Alv da kurz vor seinem vollen Punkt; mit seiner bewährten Spielweise aus positionell teils ungewöhnlichen, aber taktisch immer gerechtfertigten Zügen hatte er in einem Schwerfigurenendspiel mit Dame und 2 Türmen einen Freibauern auf der 6. gebildet. Das Öffnen der gegnerischen Königsstellung führte dann zu Großabtausch und einem einfach gewonnenen Turmendspiel mit 2 Mehrbauern.
Da waren 4h um und nun hing alles von Sandra ab, die schon da seit gefühlt 2 Stunden "besser" stand und um die gegnerischen Festung herumlavierte. Eine Handvoll Bauern, jeweils ein Turm und besserer Läufer gegen (gut postierten) Springer standen auf dem Brett. Direkt aus dem Endspiellehrbuch und stundenlang analysierbar; in unserer Liga leider mit hoher Remistendenz. Was 3,5 : 4,5 und das Ende unserer Aufstiegsambitionen bedeutet hätte.
Immerhin stimmte Sandras Ankündigung "bis zum 120. Zug zu spielen" hoffnungsfroh. Der unvermeidliche Durchbruch kam dann auch irgendwann - gut vorbereitet - und die Partie nahm hier ein jähes Ende:
Schwarz antwortete mit Txf6, worauf Sandra alle Figuren runterholzte und das Bauerendspiel leicht gewonnen ist. Nach dem richtigen gxf6 steht Weiß immer noch besser aber es bleibt höllisch kompliziert. Der Rechner (und das Gefühl) sagen, dass man dann noch die Leichten tauschen und mit h-Freibauer ins reine Turmendspiel gehen sollte. Aber Schwarz holt sich dann den d5 ab und bildet einen eigenen Freibauern auf der f-Linie. Daraus kann dann Turm + Dame für beiden Seiten werden oder es bleibt ein "normales" Turmendspiel oder Schwarz gibt seinen Turm für den Freibauern und holzt den Damenflügel ab, und es ist dann vielleicht auch Remis ... oder nicht? ... also lässt man als Weißer doch besser die Leichten drauf? Viel Spaß bei der Analyse!
So wenigstens ein 4:4, was sicher nicht unser Ziel vor dem Spieltag war, aber den Aufstieg noch möglich erscheinen lässt - einen immensen Endspurt vorausgesetzt.






Nach dem letzten Sieg über Markkleeberg ging es heute zum Tabellenführer nach Glauchau. Schon die Hinfahrt über die Bundesstraßen erwies sich als tückisch. So mussten gleich zwei Umleitungen befahren werden, was am Ende knapp 20 Minuten Verspätung unsererseits zur Folge hatte. Nächstes mal dann doch lieber gleich die Autobahn nutzen. Die Gastgeber bestanden nicht auf ihren Zeitvorteil, obwohl sie schon geschwächt, d.h. zu siebt angetreten sind. Die folgenden fünfeinhalb Stunden konnte ich also als Zuschauer "genießen". Erwartungsgemäß werden die Spiele bei uns immer knapp, wenn wir mit Vorsprung starten, und genau so sah es die meiste Zeit auch aus. Carsten überraschte (oder macht er das immer?) mit einem frühen Bauernopfer und konnte damit zumindest eine druckvolle Stellung aufbauen. Auch Stephan opferte einen Bauern, hatte dafür aber einen aktiven Turm und der Bauer konnte auf lange Sicht auch wieder zurückerobert werden. Ersatzmann René stand hingegen eher passiv da und auch Sandra hat nicht so richtig ins Spiel gefunden. Vincent hatte eine optisch gute Stellung, die jedoch auch sehr offen war.



