Autoren-Archive: Timon Danny Bauer

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Zur sechsten Punktspielrunde der Saison 2018/2019 musste die dritte Mannschaft am 03.02.2019 gegen den schärfsten Aufstiegskonkurrenten, die dritte Mannschaft von den SF Fortuna Leipzig im Sportforum antreten. Bei uns fehlte Sören, für ihn rückte Eric Elert nach. Aufgrund der vielen Brettpunkte Vorsprung war ein 4-4 das Mindestziel, aber wir wollten natürlich alle den Sieg ...

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Zum fünften Spieltag der 1. Landesklasse gastierte unsere zweite Mannschaft bei der SG Turm Leipzig, wo es in der letzten Saison ein 4-4 gab.

Von den acht Teilnehmern, von denen Sören und ich (Timon) aus der dritten Mannschaft hochgezogen wurden, erschienen sieben pünktlich.
Einziger Spieler mit Verspätung war Dirk. Und so schnell, wie er da war, war er auch schon wieder weg. Nach ungefähr einer halben Stunde Spielzeit bot er mit den schwarzen Steinen in ausgeglichener Stellung bei der erstbesten Gelegenheit Remis, was sein Gegner nach kurzem Nachdenken akzeptierte.

Die zweite Partie, die zu Ende ging, war (leider) die von Falk. Falk hatte (laut eigener Aussage) bereits nach 20 Zügen mit den schwarzen Steinen eine kaputte Stellung und stellte dann auch noch einzügig eine Figur ein, wonach er das Handtuch warf.

Einige Zeit später konnte ich diese Niederlage kompensieren, als ich mit den weißen Steinen einen Sieg einfahren konnte. Meine Stellung war die gesamte Partie über sehr angenehm zu spielen, richtig konsequent spielte ich es allerdings nicht.

Meine Gegnerin fand allerdings gegen meine aktiven Figuren keinen richtigen Plan und nach 22...Te8 zog ich 23.Ld6, wonach Weiß erstmal einen Bauern gewinnt und die aktive Stellung behält. Wenige Züge später gab Schwarz auf.

Wenig später beendete auch Sören neben mir seine Partie. Er erzielte mit den schwarzen Steinen ein Remis. Zwischenstand: 2-2

An Brett 4 spielte in der Zwischenzeit Michael eine sehr interessante und offensiv geprägte Partie, in der er zwischenzeitlich (glaube ich) bis zu drei Bauern mehr hatte. Am Ende fuhr er den Sieg nach Hause.

Ein Brett dahinter spielte Sven, der irgendwann (Ich kann nicht sagen warum) mit Minusfigur für einige Bauern spielte. Mit dem Zwischenstand von 3-2 für uns rechneten wir uns gute Siegchancen gegen den Tabellenführer aus, als plötzlich Alv aus dem Spielraum kam und Falk und mir berichtete, dass Sven im 38. (oder 39.) Zug wegen einer Zeitüberschreitung verloren hat. Zwischenstand: 3-3.
Alv und Fadi kämpften noch.

Apropos Alv. Der spielte mit den weißen Steinen die Sveshnikov-Variante des Sizilianers, in der er zwar im Endspiel einen entfernten Freibauern hat, dieser ihm aber eher behindert, weil Schwarz so viel Druck aufbaut, dass es die weißen Schwerfiguren zur Passivität zwingt. In der Zwischenzeit spielte übrigens Fadi seine Partie an Brett 1 auf Sieg, aber seine Partie verdient gleich ihr ganz eigenes Kapitel. Im weiteren Spielverlauf kam Alv in ein Turmendspiel mit Minusbauern.
Nach einer kurzen Analyse kamen Falk und ich zu dem Ergebnis, dass es vermutlich zu halten geht, für Alv aber äußerst unangenehm ist. Im Endeffekt musste Alv in ein verlorenes Bauernendspiel abwickeln, was nicht mehr zu retten war. Zwischenstand: 3-4. Und dann kam unser erstes Brett.

Fadi hatte an Brett 1 die weißen Steinen und hatte eine Eröffnung auf dem Brett, die etwas an eine Damen-indische Struktur erinnerte. Im 15. Zug entschied sich Schwarz zu einem Bauernvorstoß am Königsflügel, wonach die taktischen Schläge zum weißen Vorteil führt:

Nach 15... g5 fand Fadi den korrekten 16. Sxg5!. Schwarz nahm auf g5 wieder, was ein taktischer Fehler ist. [Laut Rechner muss Schwarz hier schon 16...Se4 finden, wonach Weiß nach einer forcierten Zugfolge angefangen mit 17. Lxe4 leichten Vorteil behält.]
Nach 16. Sxg5 hxg5 17. Dxg5+ Kh8 18. Dh6+ Kg8 19.Lh7+! Sxh7
(19... Kh8 führt nach 20. Lg6+ Kg8 21. Lf5+ Kg8 22. Dg5+ Kf8 23. Lxd7 zum größeren und klareren Vorteil für Weiß im Vergleich zur Partie.)
20. Lxd8 Lf8 (sonst hängt dieser) Dh4 Tcxd8 hatte Fadi diese Stellung auf dem Brett:

Schwarz spielt mit drei Leichtfiguren gegen die weiße Dame und zwei Extra-Bauern. In Folge tauschten sich die Türme und Schwarz tauschte seinen Weißfelder gegen den Springer und bekam den d4-Bauern dazu. Das Remisgebot lehnte Fadi ab. Fadi begann, seine Bauern am Königsflügel nach vorne zu schieben, wo Schwarz kurz vor der Zeitkontrolle schon gezwungen war, einen der beiden Springer für den h-Bauern zu opfern:

Schwarz bekam aber immerhin noch den Bauern auf f3, wodurch die Stellung für alle Beteiligten nach wie vor unklar blieb. Die nächsten 20 Züge bestanden aus Manövrierarbeiten, wobei Weiß seinen König bis nach e8 bringen konnte.
Zu diesem Zeitpunkt spielten nur noch Alv und Fadi. Bei beiden Stellungen war nicht klar, welches Ergebnis herauskommen würde. Alv kämpfte um das Remis, während Fadi diese unsymmetrische Stellung knetete. Zwischendrin ruft mein Rechner mal laut "Matt in 20" für Weiß, aber dazu müsste man schon Magnus mit Vornamen heißen, um das zu finden ...

Fadi entschloss sich irgendwann, seinen letzten Bauern am Königsflügel zu opfern. Ich kann nur vermuten, dass er wie ich eine Kombination sah, in der er den Läufer gewinnen konnte. Der Läufer konnte sich aber retten und der Bauer wurde umsonst gegeben. Laut meiner Endspieldatenbank ist die Stellung ausgeglichen, bis Schwarz in hoher Zeitnot dann doch daneben griff.

74... g5 wird von der Engine als grober Patzer eingestuft und ist jetzt theoretisch für Weiß (laut Datenbank) gewonnen. Nach 75. Dg4 Sg6 findet Fadi den einzigen Gewinnzug 76. De6+!!.

Die Idee ist, nach 76... Kh7 77. Df5 den Springer zu fesseln und mit Kf7 einen Figurengewinn zu drohen. 77... Kh6 war also erzwungen.
Zu diesem Zeitpunkt hoffte der Rest der Mannschaft auf ein Happy End, aber allen Beteiligten war anzumerken, dass sie eine Niederlage befürchten, besonders Falk und mir. (Ich hatte nur kurz mal in die Datenbank geschaut, dann mich aber dazu entschieden, einfach zu hoffen.)

Während Alvs Stellung sich weiter verschlechterte, kämpfte Fadi. Falk und ich konnten auf Fadis Brett die Gewinnideen nicht sehen und verzweifelten fast. Wenig später kam Fadi mit gefaltetem Partieformular grinsend aus dem Raum raus und sagte, er hätte gewonnen. Falk und ich konnten es im ersten Moment gar nicht glauben, aber Fadi hatte das Remis für den VfB gerettet! Was war passiert?

Schwarz war natürlich immer noch in hoher Zeitnot und stellte Weiß hier das #1 nach 82... Kh7 aufs Brett. Aber auch sonst wäre die Stellung zumindest theoretisch gewonnen gewesen.
Das Spiel von Fadi wird an einem der kommenden Freitage außerdem im Training vorgestellt!

Nach einem Achterbahnmatch erkämpfte sich die zweite Mannschaft wie im Vorjahr ein 4-4 bei der SG Turm Leipzig.

Die Einzelergebnisse:
1. Landesklasse Sachsen Staffel B, Saison 2018/2019

Fünfter Spieltag am 20.01.2019
VfB Schach Leipzig II 4-4 SG Turm Leipzig I

Fadi Alahmad 1-0 Markus Schumacher
Falk Hartmann 0-1 Kasimir Lieberwirth
Michael Kirchhof 1-0 Markus Herrmann
Sven Thiergen 0-1 Dietmar Hewig
Christian Alvermann 0-1 Michael Apitzsch
Dirk Gerhardt 1/2-1/2 Sandro Krauße
Timon Bauer 1-0 Miriam Weimert
Sören Laube 1/2-/1/2 Jonael Bosch

Vielen Dank fürs Lesen! 🙂

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Das Semester war vorbei, alle Prüfungen geschafft. Endlich wieder Zeit für Alv, Sadko, Christian Dehner (CD) und Timon, sich auf die wichtigen Dinge im Leben zu konzentrieren:
Das traditionelle FIDE-OPEN (oder ZMDI-OPEN) im Rahmen des Dresdner Schachsommers stand im Dresdner Wyndham Garden auf dem Programm. Jeden Tag wurde vom 04.08. bis 12.08. eine Partie gespielt und wir vier versuchten in der B-Gruppe unser Glück …

Bildergebnis für wyndham dresden

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Vom 17.11.-19.11.2017 wurde in Magdeburg eines von vielen Qualifikationsturnieren der Deutschen Schachamateurmeisterschaft (DSAM) gespielt. Mit am Start: Alv, Sadko und ich auf der Mission, sich für das Finale in Leipzig Ende Mai 2018 in der C-Gruppe zu qualifizieren. Ich will euch kurz erzählen, wie das fünfrundige Turnier gelaufen ist.

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Wir schreiben den 06.09.2017. Die Saison steht unmittelbar vor der Tür. Grund genug für Sadko und mich, ein letztes Vorbereitungsturnier zu spielen, nachdem Sadko Geithain auslassen musste und ich in Geithain auch mehr oder weniger auf der Stelle getreten bin. Also fuhren wir in den schönen Thüringer Wald zu den 21. Friedrichrodaer Schach Open 2017, welches vom 06.-10.09. im Berghotel zu Friedrichroda ausgetragen wurde. Neben schönen und unschönen Schachpartien gibt es noch die ein oder andere Geschichte zu erzählen.

Außenansicht des Friedrichrodaer Berghotels

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Weil ihnen einmal Dresden zu wenig war, machten sich die mutigen Kämpfer Sadko, Alv und meine Wenigkeit ein zweites Mal auf den Weg in die sächsische Landeshauptstadt zu den FIDE-OPEN 2017, welche parallel zu der "Challenge" und den "UKA German Masters" liefen, wo sich die besten deutschen Spieler duellierten.
Alv bewies seinen Mut bereits bei der Wahl, in der A-Gruppe bei den Besten mitspielen zu wollen. Sadko entschied sich, trotz der Meinung vieler, es nicht zu tun, in der C-Gruppe mitzumischen und ich spielte dort ebenfalls mit, weil ich keine andere Wahl hatte. Die Chance für meine Revanche für meine Niederlage gegen Sadko bei der Dresdner Stadtmeisterschaft war somit gegeben. Bereits vor Turnierbeginn war uns beiden klar, dass die Wahrscheinlichkeit für das vereinsinterne Auftaktduell hoch ist, dennoch hatten wir beide nicht wirklich Lust darauf. Im Turniersaal im schönen Wyndham Garden Hotel kam es dann so, wie es das Schicksal wahrscheinlich wollte...

Das Wyndham Garden Hotel Dresden

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